Am Samstag findet wieder die große CSD-Parade durch die Stuttgarter Innenstadt statt. Das Veranstaltungsteam der Interessengemeinschaft CSD Stuttgart e.V. rechnet mit einem neuen Rekord: 160 Gruppen haben sich für den Umzug angemeldet. Der Demonstrationszug ist der Höhepunkt des CSD Stuttgart. Denn bereits seit dem 11. Juli finden in Stuttgart die CSD-Kulturwochen mit verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen mit und für die queere Community statt. Hier sind die wichtigsten Infos und Tipps zum diesjährigen CSD in Stuttgart:
- Wann findet der CSD 2025 in Stuttgart statt?
- Wie ist die Route der Demo-Strecke?
- Wie viele Besucher und Besucherinnen werden erwartet?
- Wer läuft mit?
- Welche Straßen sind am Samstag gesperrt?
- Wie fährt der öffentliche Nahverkehr?
- Warum findet die Parade statt?
- Wie können Menschen mit Beeinträchtigung die Demonstration erleben?
- Wo wird noch gefeiert?
Wann findet der CSD 2025 in Stuttgart statt?
Bereits um 9 Uhr ist Treffpunkt am GAZI-Stadion auf der Waldau, von dort geht es zum Aufstellungsort in der Rotebühlstraße in der Nähe des Feuersees. Dort stellen sich die Fahrzeuge auf und werden dann gegen 12 Uhr eingewiesen. Eine halbe Stunde später, etwa gegen 12:30 Uhr, machen sich auch die Fußgruppen für die Demonstration bereit. Ab 13:30 Uhr startet die Parade durch die Innenstadt. Ende ist gegen 17 Uhr auf dem Karlsplatz.
Wie ist die Route der Demo-Strecke?
Nach der Aufstellung in der Rotebühlstraße geht es weiter in die Eberhardstraße. Anschließend bewegt sich der Zug über die Marktstraße und Münzstraße bis zur Auflösung am Karlsplatz.
Wie viele Besucher und Besucherinnen werden erwartet?
Im vergangenen Jahr besuchten rund 300.000 Menschen den CSD in Stuttgart. Davon nahmen rund 15.000 Personen aktiv an dem Demonstrationszug teil. 2023 waren es sogar 400.000 Menschen. Die Stadt Stuttgart teilte dem SWR auf Nachfrage mit, für diesen Samstag lasse sich das kaum abschätzen.
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Wer läuft mit?
160 verschiedene Gruppen, beispielsweise von Firmen und Vereinen, haben sich bereits angemeldet, so viele wie noch nie in Stuttgart. Mit dabei sind beispielsweise der VfB Stuttgart oder die Paulinenpflege Winnenden. Zum ersten Mal nimmt außerdem die Gruppe der queeren Handwerkerinnen und Handwerker mit dem Namen "Buntes Handwerk" teil. Erstmals seit zehn Jahren nicht dabei ist die CDU. Sie teilte mit, die Kosten für einen Wagen seien zu hoch, eine Laufgruppe ist offenbar ebenfalls nicht geplant.
Das Veranstaltungsteam weist darauf hin, dass auch Einzelpersonen und private Gruppen mitlaufen und sich am Ende des Zuges einreihen können. Wie diese Woche bekannt wurde, beteiligen sich an der Demonstration auch die Regenbogen- und Segnungsgemeinden der Evangelischen Kirche in Stuttgart. Zuvor findet ein Gottesdienst (11 Uhr) in der Johanneskirche am Feuersee in Stuttgart-West statt.
Welche Straßen sind am Samstag gesperrt?
Die Verkehrssituation in Stuttgart ist am Samstag stark eingeschränkt. Die Straßen entlang des Demonstrationszuges sind bereits ab 6 Uhr voll gesperrt. Dazu gehören auch Abschnitte der Paulinenstraße und der Fritz‐Elsas‐Straße. Parkhäuser oder Grundstücke, die an der Umzugsstrecke liegen, sind ab 11 Uhr für die gesamte Dauer der Versammlung nicht erreichbar.
Auch die Tübinger Straße ist auf Höhe Cottastraße und Holzstraße ab 6 Uhr bis circa 18 Uhr nicht befahrbar. Eine Umleitung verläuft in beiden Richtungen über die Heusteigstraße und die Olgastraße. Die Stadt Stuttgart bittet alle Besucher und Besucherinnen, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Hinzu kommt, dass auf dem Cannstatter Wasen ab 18:15 Uhr das Open-Air-Konzert von "Iron Maiden" stattfindet.
Wie fährt der öffentliche Nahverkehr?
Die SSB‐Buslinien 41, 42, 43, 44 und 92 können während der Versammlung die Haltestellen Wilhelmsbau und Rotebühlplatz nicht anfahren. Hinzu kommt die Stammstreckensperrung der Haltestellen Stadtmitte, Feuersee, Schwabstraße, Universität und Österfeld, die in der Nacht auf Samstag in Kraft tritt.
Warum findet die Demonstration statt?
Die Parade ist in erster Linie eine Demonstration. Sie erinnert an die Nacht vom 27. auf den 28. Juni 1969 in New York. Damals setzten sich queere Menschen gemeinsam gegen staatliche Willkür und gewaltsame Übergriffe der Polizei zur Wehr. Die Stuttgarter Demonstration steht in diesem Jahr unter dem Motto "Nie wieder still! Laut für Freiheit, stark für Vielfalt". Damit möchten die Teilnehmenden ein Zeichen setzen gegen zunehmende Queerfeindlichkeit und das gesellschaftliche Klima.
Der Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung biete keine wirklichen Verbesserungen für queere Menschen in Deutschland, sondern lediglich leere Floskeln, heißt es vom Veranstaltungsteam. "Er sieht keine konkreten politischen Maßnahmen vor, um Diskriminierung weiter abzubauen und geschlechtliche und sexuelle Vielfalt zu stärken."
Wie können Menschen mit Beeinträchtigung die Demonstration erleben?
Nach Angaben des Veranstalters wird der Demonstrationszug so barrierefrei wie möglich gestaltet. Zusätzlich werden in diesem Jahr zwei Autos zur Verfügung gestellt, in dem Menschen mit Beeinträchtigung kostenlos mitfahren können. Wer Interesse an einer solchen Mitfahrgelegenheit hat, kann sich an über die E-Mail-Adresse truck@csd-stuttgart.de anmelden.
Wo wird noch gefeiert?
Nach der CSD-Parade gibt es noch zahlreiche weitere Programmpunkte in der Stuttgarter Innenstadt. Im Anschluss an die Abschlusskundgebung auf dem Schlossplatz gegen 18 Uhr beginnt die CSD-Hocketse auf dem Marktplatz sowie die Infomeile in der Kirchstraße. Die offizielle Aftershow-Party startet ab 22 Uhr im White Noise und im Breitengrad 17. Außerdem findet im Studio Gaga ein "Pride-Festival" statt.