Am Mittwochabend hat sich der Ludwigsburger Gemeinderat in einer Abstimmung gegen das Stadtbahnprojekt LUCIE in seiner ursprünglich geplanten Form ausgesprochen: Die Mitglieder stimmten lediglich für die Reaktivierung der Strecke zwischen Markgröningen und Ludwigsburg. Damit soll weder die Stadtbahn durch die Ludwigsburger Innenstadt noch in Richtung Pattonville verfolgt werden.
Gemeinderat stoppt die Umsetzung eines umfangreichen Schienennetzes
Drei Stunden lang hatte der Gemeinderat über die Zukunft des Projekt diskutiert. Der Vorschlag der Stadtverwaltung: Lediglich eine Reaktivierung der Strecke zwischen Markgröningen und Ludwigsburg. Die Planungen der anderen Stadtbahn-Routen sollten zehn Jahre ruhen. Die Stadt hatte das mit der derzeit schwierigen Finanzlage begründet. CDU, Freie Wähler und FDP hatten sich zusätzlich in einem Änderungsantrag dafür ausgesprochen, die Planung der weiteren Bahnrouten nicht nur um zehn Jahre zu verschieben, sondern gar nicht mehr zu verfolgen und ganz zu stoppen.
Am Ende stimmten schließlich 22 Gemeinderatsmitglieder für die Beschlussvorlage der Stadtverwaltung, in der auch der Änderungsantrag von CDU, Freien Wählern und FDP aufgenommen wurde. 9 Personen stimmten dagegen und 8 Gemeinderatsmitglieder enthielten sich.
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Oberbürgermeister Knecht spricht von einem Kompromiss
Aus Sicht von Oberbürgermeister Matthias Knecht (parteilos) wäre es für die nachfolgenden Generationen besser gewesen, die Planung der restlichen Routen des Schienennetzes nur ruhen zu lassen, nicht komplett einzustampfen. "Trotzdem kann ein Gemeinderat in der Zukunft das Projekt noch mal aufrufen und sagen: 'Läuft doch jetzt richtig gut mit der Reaktivierung der Strecke nach Markgröningen und da wollen wir noch mehr.' Das ist nie ausgeschlossen", sagte er dem SWR.
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Zukunft des Projekt unklar: Zweckverbandschef ist enttäuscht
Der Geschäftsführer des Zweckverbands, Michael Ilk, zeigte sich am Ende der Sitzung enttäuscht über die Entscheidung: "Ich gehe heute frustriert nach Hause. Aber ich bin ein Kämpfer und ganz kampflos möchte ich das Projekt nicht aufgeben. Die Wünsche des Gemeinderats stehen im Gegensatz zu dem, wofür der Zweckverband gegründet wurde."
Wie es mit der Planung der Stadtbahn weitergeht, ist noch unklar. Am nächsten Donnerstag (27. November) trifft sich der Zweckverband zu einer Verbandsversammlung und bespricht das weitere Vorgehen. Theoretisch ist der Zweckverband nicht an die Weisung des Gemeinderats gebunden, sondern nur an die Entscheidungen der Zweckverbandsversammlung. Trotzdem ist es fraglich, ob die Umsetzung eines derart großen Projekts ohne die Unterstützung der größten Stadt im Landkreis möglich wäre.