Es war der 20. März 2025, ein Donnerstag vor einem Jahr, als um 20.03 Uhr ein Sportwagen in Ludwigsburg mit bis zu Tempo 150 durch die Schwieberdinger Straße jagte. An der Ausfahrt einer Tankstelle raste der 32-jährige Fahrer ins Auto zweier Frauen. Deren Kleinwagen wurde weggeschleudert und zwischen einem Baum sowie einer Mauer eingeklemmt. Die 23-jährige Fahrerin und die 22-jährige Beifahrerin starben. Der Raser-Unfall und der derzeit laufende Prozess gegen den Fahrer, seinen Bruder (35) und Cousin (25) sorgen bundesweit für Aufsehen.
Polizei sucht erneut Zeugen Tödlicher Raser-Unfall in Ludwigsburg: War ein drittes Auto beteiligt?
Die Polizei vermutet, dass an dem mutmaßlichen illegalen Autorennen am Donnerstag in Ludwigsburg ein drittes Fahrzeug beteiligt war. Bei dem folgenden Unfall waren zwei Frauen gestorben.
Mahnwache erinnert an Opfer des Raserunfalls
Am Freitag - zum Jahrestag des Unfalls - haben rund 200 Menschen mit einer Mahnwache an der Unfallstelle an die beiden getöteten Frauen erinnert. Viele Teilnehmer brachten Blumen mit. Die Stimmung war nach Beobachtungen eines Polizeisprechers sehr gedämpft. Es sei eine große Betroffenheit spürbar gewesen. Gemeinsam wolle man der beiden Frauen gedenken und "ein starkes Zeichen gegen Raser und illegale Autorennen setzen", sagten die Organisatoren der Gedenkfeier im Vorfeld. Für die Mahnwache hat die Stadt am Freitagabend von 18:45 bis 20:45 Uhr die angrenzende Carl-Goerdeler-Straße gesperrt.
Blüte zum Unfallzeitpunkt Nach Raserunfall in Ludwigsburg: Stadt will Baum für Opfer pflanzen
Im März sind zwei Frauen bei einem mutmaßlichen Autorennen in Ludwigsburg ums Leben gekommen. Der Baum an der Unfallstelle ist jetzt gefällt worden. Warum - und was kommt dann?
An der Unfallstelle steht seit Mittwoch ein Baum zum Andenken an die beiden türkischstämmigen Opfer - wie die Ludwigsburger Kreiszeitung berichtet ein Judasbaum, der in der Türkei als Erguvan-Baum bekannt ist und der kräftige violette Blüten trägt. Der Baum steht an der Stelle des Baums, der das Auto der beiden Frauen beim Unfall gestoppt hatte. Dieser war dabei so geschädigt worden, dass er gefällt werden musste. Der Ludwigsburger Oberbürgermeister Matthias Knecht (parteilos) und Ulrike Schmidtgen, Leiterin des Fachbereichs Tiefbau und Grünflächen, waren an der Baumpflanzung beteiligt.
OB Knecht: "Raserei hat keinen Platz in unserer Stadt"
OB Knecht erinnert mit dem Blick auf den ersten Jahrestag daran, dass der Raserunfall 2025 ein "tiefer Einschnitt für Ludwigsburg" gewesen sei. "Er hat uns alle erschüttert und unser Bewusstsein für Verkehrssicherheit nachhaltig geschärft." Er erinnerte an das Begräbnis der beiden Opfer und sprach den Familien der Frauen sein Mitgefühl aus. Zudem appellierte Knecht: "Unsere Haltung ist klar: Raserei hat keinen Platz in unserer Stadt, wir handeln konsequent für mehr Sicherheit."