Der Weg für den Umbau und die Modernisierung des Schlachthofs in Gärtringen im Kreis Böblingen ist frei. Das teilt das Landesministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz mit. 2020 war die Einrichtung wegen Tierschutzverstößen und Tierquälerei-Vorwürfen geschlossen worden. Jetzt soll bis Ende des Jahres saniert und umgebaut werden.
Im Herbst 2025, als der Schlachthof Gärtringen rund fünf Jahre geschlossen war, berichtete SWR Aktuell TV über den Stand der Dinge vor Ort:
Böblinger Landrat verspricht "Vorzeigebetrieb" in Gärtringen
Eigentlich hätte der neue Schlachthof schon im vergangenen Sommer öffnen sollen. Es gab aber immer wieder Unstimmigkeiten bei den Planungen. Jetzt hat das Ministerium seine Zusage für Fördermittel gegeben. Demnach bezahlt das Land mit maximal etwa 3,9 Millionen Euro 40 Prozent der förderfähigen Kosten. Sie stammen aus einem Landesprogramm zur Förderung von regionalen Schlachthöfen.
Weitere drei Millionen Euro zahlt nach eigenen Angaben der Landkreis Böblingen als Einmalzahlung. Zusätzlich steuert der Kreis ein Darlehen von drei Millionen Euro bei. Das Tierwohl stünde "an absolut erster Stelle". "Mit modernster Technik, kurzen Transportwegen und höchsten Standards werden wir einen Vorzeigebetrieb schaffen", verspricht Landrat Roland Bernhard (parteilos). Die Baufirmen stünden in den Startlöchern.
Bald 100 km zum nächsten Schlachter? Dilemma um Schlachthöfe: Landwirte in Rottenburg sorgen sich wegen langer Tiertransporte
Der Schlachthof in Gärtringen ist seit Jahren geschlossen. Der in Rottenburg könnte bald dicht machen. Landwirte sind daher besorgt, denn lange Transporte stressen die Tiere.
Schlachthof Gärtringen: Das sagt der Landesbauernverband
Auch der Landesbauernverband zeigte sich erfreut über die Nachricht. Nun gebe es Planungssicherheit, denn die Tierhalterinnen und -halter, insbesondere die Schweinehalter, stünden stark unter Druck, weil es zu wenig regionale Kapazitäten für Schlachtungen gebe.