Mehr Leben für kleine Orte

Neues Tourismus-Konzept im Schwarzwald: Welches Dorf will Hotel werden?

Kleine Unterkünfte und Frühstück beim Bäcker statt Hotelzimmer mit Buffet: Ein Konzept aus Italien soll jetzt im Schwarzwald eingeführt werden. Und mehrere Probleme lösen.

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Von Autor/in Wera Engelhardt

Mit einem in der Region neuen Marketing-Konzept will die Schwarzwald Tourismus GmbH Ortskerne beleben und Touristen mit Einheimischen ins Gespräch bringen. Die Idee: Ganze Dörfer sollen wie Hotels funktionieren. Heißt konkret: Besucherinnen und Besucher sollen künftig nicht in wenigen Hotels rundum versorgt werden, sondern auf Zimmer oder Wohnungen im ganzen Ort verteilt und an verschiedenen Stellen verpflegt werden.

Modell aus Italien als Vorbild für den Schwarzwald

In einer Mitteilung wird das so beschrieben: "Die Rezeption liegt im Dorf, das Frühstück gibt es beim Bäcker, abends isst man im Gasthaus um die Ecke und die Gäste nutzen den Dorfplatz als Lobby." Das solle ein authentisches Urlaubserlebnis bringen und idealerweise dazu beitragen, dass leerstehende Gebäude wieder genutzt werden und mehr Leben in kleinere Ortschaften einkehrt.

Vorbild ist ein Modell aus Italien namens "Albergo Diffuso", übersetzt so viel wie: "verstreutes Hotel". Dieses Modell soll nun an die Ferienregion Schwarzwald angepasst werden. Die Schwarzwald Tourismus GmbH arbeitet dafür mit der Kölner Tourismusberatung Compass zusammen. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg.

Auch Landkreise und Investoren sind angesprochen

In Italien sei das Konzept eine Antwort auf das Aussterben einiger Dörfer gewesen, sagte Projektleiterin Heide Glasstetter von der Schwarzwald Tourismus GmbH dem SWR. Das gebe es zwar in der Form im Schwarzwald nicht. Aber auch dort stünden die Menschen in kleineren Orten vor Herausforderungen, wenn für Betriebe etwa keine Investitionen oder keine Übernahmeperspektiven in Aussicht seien.

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Aktuell werden noch Dörfer gesucht, die Interesse haben, bei dem Projekt mitzumachen. Die Rede ist von sogenannten Modellorten. Neben Kommunen sollen unter anderem auch Landkreise, potenzielle Investoren und Objekt-Eigentümer eingebunden werden. Gemeinsam würden dann konkrete Ansätze erarbeitet.

Noch wenige Tage können sich Interessierte Schwarzwaldorte bewerben

Interessierte Orte können sich noch bis zum 30. März für das Projekt bewerben. Höchstens fünf Orte haben den Angaben zufolge die Möglichkeit, in das Programm aufgenommen zu werden. Erste konkrete Bewerbungen gebe es schon, sagte Projektleiterin Glasstetter. Weitere Orte hätten Interesse angemeldet. Sobald die Modellorte feststehen, soll es unter anderem Kennenlerngespräche geben, planmäßig noch im April.

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Wera Engelhardt
SWR Redakteurin Wera Engelhardt

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