Authentische Gastlichkeit und innovativer Tourismus?

Das Dorf wird zum Hotel: Fünf Dörfer im Schwarzwald wollen neue Wege im Tourismus wagen

In einem Modellprojekt der Ferienregion Südschwarzwald werden fünf Dörfer zum "verstreuten Hotel". Das Konzept soll authentische Gastlichkeit bieten und das Dorfleben stärken.

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Von Autor/in Petra Jehle

Tourismus neu denken und damit attraktiver machen - indem ganze Dörfer zum Gastgeber werden. Das dezentrale Konzept hat in Italien längst Erfolge erzielt. Jetzt soll es auch im Schwarzwald ein Modellprojekt dazu geben. Fünf Gemeinden machen den Start.

Tourismus im Schwarzwald geht neue Wege: Welche Dörfer sind dabei?

Das Interesse an dem neuen Marketing-Konzept war groß, sagt die Schwarzwald Tourismus GmbH. Fünf Dörfer haben es in geschafft: Klosterreichenbach (Kreis Freudenstadt), Nöggenschwiel (Kreis Waldshut), Oberharmersbach (Ortenaukreis), Prinzbach (Ortenaukreis) und Schiltach (Kreis Rottweil). Sie sind die fünf Modell-Dörfer, in denen das Modellprojekt umgesetzt werden soll.

Klosterreichenbach im Schwarzwald - eines der fünf Dörfer, die beim Modellprojekt für Tourismus mitmachen dürfen
Viele Dörfer im Schwarzwald stehen vor strukturellen Herausforderungen. Kann dezentraler Tourismus helfen?

Ein Dorf als Hotel: Wie funktioniert das?

Das Projekt mit dem Titel "Schwarzwald.Dorf.Hotel" funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Gäste übernachten in verschiedenen Zimmern oder Ferienwohnungen, die sich über den gesamten Ort verteilen. Für alles andere gibt es das Dorf. Beim Bäcker gibt es das Frühstück, das Abendessen wird im Dorfgasthaus serviert. Der Dorfplatz könnte die Hotellobby sein, wo man als Gast Fragen stellen kann.

Das ist die Idee. Ziel sei es, Touristen mit den Einheimischen in Kontakt zu bringen und das Dorfleben erlebbar zu machen, so die Schwarzwald-Tourismus GmbH. Im Idealfall wird dadurch auch das öffentliche Leben in den Dörfern selbst verstärkt.

Ein farbenfrohes großes Blumenbeet mit Rosensträuchern steht vor einem Haus in Nöggenschwiel. Eins der Dörfer im Modellprojekt der Schwarzwald Tourismus
Die Bewohner von Nöggenschwiel pflegen in ihrem Dorf hunderte verschiedenste Rosensorten.

Italienisches Vorbild für Dörfer im Schwarzwald: Woher kommt die Idee?

Das Konzept des "verstreuten Hotels", des "Albergo Diffuso", stammt aus Italien. Dort wurde es in zahlreichen verlassenen Bergdörfern erfolgreich umgesetzt.

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Im Schwarzwald wird die Idee an die hiesigen Gegebenheiten angepasst. "Wir haben keine verlassenen Orte, aber viele Gemeinden stehen vor strukturellen Herausforderungen", sagt Heide Glasstetter, Projektleiterin der Schwarzwald Tourismus GmbH. Durch das Projekt sollen leerstehende Gebäude wieder belebt werden. Zudem hofft man auf Investitionen und darauf, dass in den Orten neue Netzwerke entstehen.

Das Dorf Oberharmersbach im Schwarzwald - unter anderem hier soll ein Tourismus-Modellprojekt starten
Frühstück bei der Bäckerei, Infos am Dorfplatz, Eier beim landwirtschaftlichen Betrieb - neu gedachter Tourismus soll Dörfer attraktiver machen.

Neue Perspektive für den Tourismus: Wie sieht die Umsetzung aus?

Die fünf Modellorte werden von der Schwarzwald Tourismus GmbH beraten und von einer privaten Agentur fachlich begleitet. Jede Gemeinde soll einen eigenen Plan für die Umsetzung erarbeiten. Er soll Kostenschätzungen, Maßnahmen und Zuständigkeiten enthalten. Das Projekt wird vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg gefördert. Ende des Jahres sollen erste konkrete Konzepte vorliegen.

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