Die Grünen sind am Sonntag mit ihrem 60 Jahre alten Spitzenkandidaten Özdemir stärkste Kraft bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Er dürfte damit erster Ministerpräsident in Deutschland werden, der aus einer Gastarbeiterfamilie stammt. Seine Eltern waren in den 1960er Jahren aus der Türkei nach Deutschland gekommen. Özdemir wuchs in Bad Urach (Kreis Reutlingen) auf. Eine SWR-Reporterin hat sich am Wahlabend in der Stadt umgehört.
Viele der Befragten freuen sich über Özdemirs Wahlergebnis. Ein Mann sagte: "Ich find's hervorragend, es freut mich, dass jemand hier aus der Gegend, der hier aufgewachsen ist und hier immer den Ort verkörpert hat, erfolgreich ist seit vielen Jahren. Also ich find's klasse für Urach." Eine Frau, die sonst nicht die Grünen wählt meinte: "Aber hier natürlich als Uracher wähle ich grün, weil ich für eine stabile Koalition bin."
Bad Urach: Stolz auf "anatolischen Schwaben"
Viele Menschen in Bad Urach loben Özdemir als bürgernah und bodenständig. "Ich kenne halt die Story, dass er hier her kommt und immer beim Schäferlauf dabei ist", sagte ein Bürger. Es sei schön, dass er gewonnen habe. Özdemir bezeichnet sich selbst als anatolischen Schwaben. Das kommt vor allem auch bei Menschen mit Migrationshintergrund an: "Er ist ja hier aufgewachsen in Bad Urach, ist ja hier groß geworden, seine Eltern kennt man ja, oder die Verwandten von ihm. Dass einer mal aus unserer Kultur es so weit geschafft hat, da ist man schon ganz stolz auf jeden Fall."
Die Wahl im SWR BW-Landtagswahl Liveticker: ++ Hagel bietet Rücktritt an - CDU-Landesvorstand lehnt ab ++ Özdemir erteilt Grüner Jugend eine Absage ++ Wechselt Palmer ins Özdemir-Kabinett? ++
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Özdemir bei Erststimmen "Wahlkönig"
Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir hat nicht nur in seinem eigenen Stuttgarter Wahlkreis ordentlich abgeräumt. Nach den vorläufigen Ergebnissen sicherte er sich auch den höchsten Stimmenanteil für ein Direktmandat im Land. Seinen Wahlkreis Stuttgart II, den sogenannten Filderwahlkreis, gewann Özdemir deutlich mit 47,9 Prozent der Erststimmen. In keinem ausgezählten Wahlkreis konnte ein Direktkandidat oder eine Direktkandidatin einen höheren Stimmenanteil auf sich vereinen.