Die Sankt Ulrich Kirche in Geislingen (Zollernalbkreis) ist wieder für Besucher und Gottesdienste geöffnet. Die feierliche Messe zur Einweihung hielt Weihbischof Gerhard Schneider von der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Nach zwei Jahren Renovierung staunt selbst die Restauratorin über die revolutionäre Gestaltung der Kirche. Die Sanierung kostete fast vier Millionen Euro.
Kunstvolle Reinigung in der expressionistischen Kirche
Viele Monate lang wischten, klebten und malten die Restauratorin Luise Schreiber-Knaus und ihre Kollegen in der Kirche an Decke und Fresken. Das große Zollinger-Gewölbe war im Lauf der Zeit unter Staub ergraut. Mit Grün, Grau und Silber soll es an ein Palmendach erinnern. Jede einzelne Raute des Gewölbes musste vorsichtig mit einem Schwamm gereinigt werden.
Die St. Ulrich Kirche ist außergewöhnlich bemalt
Luise Schreiber-Knaus staunt besonders über die Farbenpracht der Kirche. Schon vor hundert Jahren griff der junge Künstler Alfred Birkle zu modernen Tönen wie Rosa, Lila und Pink für die großen Gemälde. Damals galt das als revolutionär und forderte die Geislinger heraus, meint die Restauratorin.
Feierliche Messe mit Bischof in Geislingen
Heute sind die Geislinger stolz auf das außergewöhnliche Bauwerk in ihrem Ort. Sie gehört zu den wenigen noch stehenden expressionistischen Kirchen. Auch Weihbischof Gerhard Schneider lobte die gelungene Restaurierung bei der feierlichen Messe zur Einweihung am Wochenende. Jetzt erstrahlt alles im neuen Licht, das doppelt so hell leuchtet und dabei weniger Strom verbraucht.