Fasnetsküchle gehören zur närrischen Zeit einfach dazu. Bäckereien in Tübingen verkaufen das süße Gebäck aber nicht nur während der Fasnet. Wer dieser Tagen in die Auslagen schaut, findet noch viele Küchle, Berliner und Apfelballen. Und das, obwohl jetzt eigentlich die Fastenzeit begonnen hat, in der viele Menschen auf Süßes verzichten wollen.
Bäckerei Walker: Fasnetsküchle nicht bis Ostern
Auch die Bäckerei Walker in der Tübinger Weststadt verkauft zur Zeit noch Fasnetsküchle. Die Kundinnen und Kunden wollen das Gebäck auch nach Aschermittwoch noch, sagte Bäckermeister Matthias Walker dem SWR. Deswegen habe er es noch im Angebot. Allerdings nur noch bis nächste Woche, danach sei Schluss. "Wir werden das nicht bis Ostern herausziehen", so Walker. Er findet, Traditionen gehören gepflegt. Den Küchleverkauf lässt er daher langsam auslaufen.
Auch wenn der Tübinger Bäckermeister sich nicht strikt an den Aschermittwoch als Verkaufsschluss hält: Man sollte trotzdem immer darauf achten, wann ein Produkt Saison hat, sagte Walker. Man könne Fasnetsküchle nicht einfach das ganze Jahr durch anbieten.
Das ist ja auch bei uns in der Branche so wunderschön, dass man sich immer saisonmäßig auf neue, andere Produkte wieder freuen darf.
Gemischte Gefühle zu Fasnetsküchle in der Fastenzeit
Es gibt aber auch Bäckereien, die sich strikter an die Saison halten. Die Tübinger Konditorei Lieb etwa verkauft seit Aschermittwoch keine Fasnetsküchle mehr, sagte die Verwaltung dem SWR. Die Tübingerinnen und Tübinger haben dazu gemischte Gefühle. In einer nicht-repräsentativen Umfrage haben viele gesagt, dass sie die Fasnetsküchle auch nach Aschermittwoch noch essen würden. Ein Mann meinte, dass er in der Fastenzeit auf Zucker verzichtet und dem Gebäck daher widerstehen muss. Eine Frau findet es schade, dass die Traditionen rund um Fasnet und Fastenzeit so verschwimmen.
So oder so, wer in den Tagen nach Aschermittwoch noch Lust auf Fasnetsküchle hat, muss jedenfalls nicht hungern. Und wenn doch: Am 4. Februar 2027 ist wieder Schmotziger Donnerstag. Spätestens dann gibt es das beliebte Gebäck wieder überall.