Veranstaltung im Gegenzug für Absage von AfD-Demo

Streitgespräch Palmer - Frohnmaier: Stadt Tübingen bestimmt, wer rein darf und wer nicht

Die Stadtverwaltung hat das Prozedere für das Streitgespräch zwischen OB Boris Palmer (parteilos) und dem Landes-Co-Vorsitzenden der AfD, Markus Frohnmaier, Anfang September mitgeteilt.

Teilen

Stand

Von Autor/in Bertram Schwarz

Tübingen hat das Hausrecht in der Hermann-Hepper-Halle. Die Stadt darf also bestimmen, wer rein darf - und wer nicht. In die Halle passen etwa 900 Leute (zuvor hatte die Stadt von 750 Plätzen geschrieben). Die Veranstaltung wird aber auch live im Internet übertragen. Das Publikum kann Fragen und Statements einreichen, von denen einige vorgelesen werden.

AfD trägt alle Kosten

In der Mitteilung aus dem Tübinger Rathaus heißt es weiter, dass die AfD alle Kosten der Veranstaltung trage, auch die für den Sicherheitsdienst und für die städtischen Beschäftigten, die mit dem Streitgespräch befasst seien.

Palmer hat die Diskussion mit dem AfD-Funktionär Frohnmaier zugesagt im Gegenzug dafür, dass die AfD eine Demonstration im Juli in Tübingen absagt.

Tübingen

Linke schaltet Kommunalaufsicht ein - Gegendemo geplant Diskussionsrunde in Tübingen mit Palmer und Frohnmaier: 100 AfD-Anhänger haben Platzgarantie

Wenn der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer am 5. September mit AfD-Landeschef Markus Frohnmaier diskutiert, sitzen mindestens 100 AfD-Anhänger im Publikum. So kam es dazu.

Warum Palmer das Streitgespräch zusagte

Es gehe ihm darum, sagte Palmer Mitte Juli, die Stadt, für die er als Oberbürgermeister verantwortlich sei, zu schützen. Die AfD-Demonstration in Tübingen hätte wohl tausende Gegendemonstranten angelockt. Die Lager zu trennen, wäre für die Polizei schwierig geworden. Für den Einzelhandel hätten die Demonstrationen wohl sechsstellige Umsatzeinbußen bedeutet, schätzt Palmer. Deshalb habe er entschieden, sich auf eine Diskussionsveranstaltung mit der Partei einzulassen. Das Streitgespräch findet am 5. September in der Tübinger Hermann-Hepper-Halle statt.

Großes Interesse - Veranstaltung schon ausgebucht

Wer teilnehmen möchte, muss sich anmelden, und zwar mit Namen, Adresse und Geburtsdatum. Die Stadt verweist auf Sicherheitsgründe. Das war online am Samstagmorgen aber nicht möglich. "Die Veranstaltung ist derzeit ausgebucht", steht in dem Formular. Und das schon nach wenigen Stunden. Es bestehe jedoch die Möglichkeit, dass durch Stornierungen einzelne Plätze wieder verfügbar werden, heißt es weiter. Diese Plätze würden umgehend zur Buchung freigegeben.

Tübingen

Diskussionsrunde statt Demo Palmer geht Deal mit AfD ein: So begründet der Tübinger OB die Entscheidung

Die AfD wollte am Samstag in Tübingen demonstrieren. 35 Leute waren angemeldet - und tausende Gegendemonstranten. Die AfD hat abgesagt, aber OB Palmer eine Bedingung gestellt.

Tübingen

Trotz abgesagter Kundgebung Zwei Demos gegen AfD in Tübingen

Ursprünglich waren tausende Gegendemonstranten angekündigt, dann hat die AfD ihre Kundgebung abgesagt. Nach einem Deal mit OB Palmer. 400 Menschen haben trotzdem demonstriert.

Tübingen

Linke schaltet Kommunalaufsicht ein - Gegendemo geplant Diskussionsrunde in Tübingen mit Palmer und Frohnmaier: 100 AfD-Anhänger haben Platzgarantie

Wenn der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer am 5. September mit AfD-Landeschef Markus Frohnmaier diskutiert, sitzen mindestens 100 AfD-Anhänger im Publikum. So kam es dazu.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Bertram Schwarz
Bertram Schwarz ist Reporter für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen.

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!