Ein Wissenschaftler der Universität Tübingen und Ornithologen reagieren auf die Äußerungen des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer zu den Nilgänsen. Sie sehen keinen Anlass für Abschüsse der Gänse in Tübingen. Es gebe keine Belege dafür, dass die Tiere heimische Arten wie die Stockente verdrängen. Deren Bestände und Brutvorkommen seien stabil, auch am Neckar und am Anlagensee.
Vogelkundler: keine großen Auswirkungen auf Populationen
Zwar verhalte sich die Nilgans territorial und könne andere Vögel vertreiben, das sei aber meist lokal begrenzt und habe keine größeren Auswirkungen auf die Populationen. In einem Schreiben der Ornithologen an Palmer heißt es, in anderen Städten sei mittlerweile ein "friedliches Nebeneinander" von Stockente und Nilgans zu beobachten.
Palmer: "Die scheißen alles voll"
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hatte Mitte April in sozialen Netzwerken Abschüsse ins Gespräch gebracht. Er sieht durch die Nilgänse ökologische Probleme und verweist auch auf Verschmutzung sowie Schäden an Grünanlagen. Die würden alles "vollscheißen", wetterte Palmer über die Nilgänse. Die Wissenschaftler betonen dagegen: Eingriffe wie Abschüsse seien nur als letztes Mittel gerechtfertigt - dafür fehle aber bislang die Grundlage.