OB Palmer hatte von Verdrängung der Stockente gesprochen

Nilgänse in Tübingen abschießen? Tierschützer sehen dafür keine Grundlage

Streit um Nilgänse in Tübingen: Palmer hatte Abschuss ins Gespräch gebracht. Ornithologen sehen keine Gefahr. Ein "friedliches Nebeneinander" von Stockente und Nilgans sei möglich.

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Von Autor/in Sabrina Kır

Ein Wissenschaftler der Universität Tübingen und Ornithologen reagieren auf die Äußerungen des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer zu den Nilgänsen. Sie sehen keinen Anlass für Abschüsse der Gänse in Tübingen. Es gebe keine Belege dafür, dass die Tiere heimische Arten wie die Stockente verdrängen. Deren Bestände und Brutvorkommen seien stabil, auch am Neckar und am Anlagensee.

Vogelkundler: keine großen Auswirkungen auf Populationen

Zwar verhalte sich die Nilgans territorial und könne andere Vögel vertreiben, das sei aber meist lokal begrenzt und habe keine größeren Auswirkungen auf die Populationen. In einem Schreiben der Ornithologen an Palmer heißt es, in anderen Städten sei mittlerweile ein "friedliches Nebeneinander" von Stockente und Nilgans zu beobachten.

Eine Nilgans am Neckar in der Nähe des Tübinger Freibads.
Die Nilgans gilt in Deutschland seit den 1990er-Jahren als etablierter Brutvogel in Städten. Seitdem hat sich die ursprünglich aus Afrika stammende Art zunehmend in urbanen Gewässern ausgebreitet. Florian Dürr

Palmer: "Die scheißen alles voll"


Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hatte Mitte April in sozialen Netzwerken Abschüsse ins Gespräch gebracht. Er sieht durch die Nilgänse ökologische Probleme und verweist auch auf Verschmutzung sowie Schäden an Grünanlagen. Die würden alles "vollscheißen", wetterte Palmer über die Nilgänse. Die Wissenschaftler betonen dagegen: Eingriffe wie Abschüsse seien nur als letztes Mittel gerechtfertigt - dafür fehle aber bislang die Grundlage.

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Sabrina Kır
Portraitaufnahme von Sabrina Kir bei SWR Aktuell im Studio Tübingen.

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