Bei einem Messerangriff in einer Media Markt-Filiale in Ulm ist am Mittwoch ein Mitarbeiter lebensgefährlich und ein weiterer leicht verletzt worden. Ein 25 Jahre alter Mann befinde sich in intensivmedizinischer Behandlung und sei in einem kritischen Zustand, ein 22-Jähriger sei leicht verletzt worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Ulm sowie das Landeskriminalamt Stuttgart am Mittwochabend weiter mit.
Der mutmaßliche Täter verließ nach der Tat den Media Markt, kurze Zeit später stellten ihn Einsatzkräfte der Polizei in der Nähe. Weil er auch Polizeibeamte mit dem Messer bedrohte und sich weigerte, die Waffe fallen zu lassen, hätten die Beamten mehrere Schüsse auf ihn abgegeben, hieß es dazu weiter. Dabei sei der Mann schwer verletzt worden. Der 29-jährige Flüchtling aus Eritrea liegt ebenfalls auf einer Intensivstation.
Hintergründe der Tat in Media Markt in Ulm noch unklar
Ein mögliches Motiv des Tatverdächtigen sei derzeit noch unklar. Der Mann sei bereits in der Vergangenheit wegen Gewaltdelikten aufgefallen und habe bis Dezember eine Haftstrafe verbüßt, teilten die Ermittler mit. Gegen ihn soll ein Haftbefehl beantragt werden.
Nach Angaben der Beamten bestand für die Öffentlichkeit keine Gefahr. "Kursierende Gerüchte zu einem Amoklauf können nicht bestätigt werden", sagte ein Polizeisprecher. Der genaue Ablauf des Geschehens ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Auch das Landeskriminalamt aus Stuttgart wurde hinzugezogen.
Der Media Markt in der Blaubeurer Straße in Ulm wurde nach dem Angriff geschlossen. Die Spurensicherung war in dem Geschäft und an der Stelle, an der auf den mutmaßlichen Täter geschossen wurde, im Einsatz.
Großeinsatz auch für die Notfallseelsorge
Auch die Notfallseelsorge Ulm war am Mittwochnachmittag in der Media Markt-Filiale in Ulm im Einsatz. Acht ehrenamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger hätten über mehrere Stunden lang Dutzende Menschen betreut, sagte der Einsatzleiter dem SWR. Er sprach von einem außergewöhnlichen Einsatz. "Das kommt nicht alle Tage vor", so Michael Lobenhofer. Unter den Betroffenen waren auch Familien mit kleinen Kindern. Augenzeugen, die den Schusswaffengebrauch der Polizei auf offener Straße miterlebt hatten, wurden laut dem Sprecher ebenfalls in dem Markt betreut. Es sei wichtig, darüber zu sprechen: "Wenn man etwas so Außergewöhnliches gesehen hat, hilft das, um die Eindrücke zu sortieren", so Lobenhofer.