Nach zahlreichen Gewaltausbrüchen und Polizeieinsätzen an der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Ulm zieht die Stadt die Reißleine: Bis zu den Sommerferien soll Sicherheitspersonal für Ordnung sorgen. In der Berufsschule gab es in der Vergangenheit Schlägereien und Gewaltausbrüche.
Sicherheitspersonal soll Sicherheitsgefühl stärken
Laut einem Sprecher der Stadt Ulm sollen ab Montag bis zu den Sommerferien drei Sicherheitsleute eingesetzt werden. "Das eingesetzte Sicherheitspersonal übernimmt unterstützende Aufgaben. Dazu gehören Einlasskontrollen, bei dem sich schulfremde Personen gegenüber dem Sicherheitsdienst ausweisen", teilt die Stadt Ulm schriftlich mit. Das Sicherheitspersonal soll auch Platzverweise ausstellen dürfen.
Der Einsatz des Sicherheitsdienstes sei Teil eines "mehrstufigen Konzepts", das laut Stadt Ulm gemeinsam mit der Polizei entwickelt wurde. Das Ziel: den Schulalltag "weiterhin ruhig und verlässlich zu gestalten".
Gewaltausbrüche, Schlägereien, Angst unter Lehrern
Die Schule habe ein massives Gewaltproblem, berichtet eine Lehrkraft der Berufsschule, die unerkannt bleiben möchte. In der Vergangenheit sollen laut der Stadt Ulm "schulfremde Personen" das Gelände betreten haben und es zu einer "erhöhten Fallzahl von Gewaltvorfällen" gekommen sein. Nach Angaben der Lehrkraft sollen sich Schüler zu Schlägereien verabredet haben. Die Polizei war öfter mit einem Aufgebot vor Ort.
Der Rektor der Schule hatte sich mit einem Hilferuf im Oktober an die Stadt gewandt. Der Berufschullehrerverband forderte nach ersten Berichten im Oktober "mehr Förderangebote mit einer engen Verzahnung von Schule, Sozialarbeit, Schulpsychologen, Polizei und Behörden." Für eine Stellungnahme war die Schule am Freitag nicht zu erreichen.