Pool füllen verboten, Rasen sprengen untersagt - heißt es in München aufgrund der Wasserknappheit. Verstöße können bis zu 50.000 Euro kosten. Für Baden-Württemberg hält Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) solche Maßnahmen noch nicht für nötig. Für sie ist aber klar, dass Einschränkungen beim Wasserverbrauch wegen des Klimawandels im Land künftig unausweichlich sind.
Grundwasserstand aktuell unter dem Durchschnitt
"Ohne Wasser, wissen wir alle, geht nichts. Für uns Menschen, für die Landwirtschaft, aber auch für die Ökosysteme um uns herum. Von daher finde ich einen sorgsamen Umgang mit Wasser schon wichtig", sagte Walker im "Deutschlandfunk". Die Grundwasserstände liegen in Baden-Württemberg auf leicht unterdurchschnittlichem Niveau. "Bis jetzt gibt es da noch kein Alarmsignal im Sinne von die Trinkwasserversorgung ist in Gefahr."
Wenn Appelle an die Menschen nicht mehr ausreichten - wie das in München der Fall ist - könne es in einzelnen Stadtkreisen oder Orten vorkommen, dass man in die Knappheitssituation gerate, sagte Walker. "Und dann finde ich es auch richtig, zu solchen Maßnahmen zu greifen". Auch in Baden-Württemberg gab es in den vergangenen Jahren mancherorts Appelle, Leitungswasser nicht zum Befüllen von Pools zu verwenden.
Ohne Wasser, wissen wir alle, geht nichts. Für uns Menschen, für die Landwirtschaft, aber auch für die Ökosysteme um uns herum.
In größeren Städten in BW soll es keine Verbote geben
Manche Kreise in Baden-Württemberg, wie Biberach oder der Bodenseekreis, haben bereits Wasserentnahmeverbote für Flüsse, Bäche und Seen erlassen. Größere Kommunen in Baden-Württemberg sehen noch von Verboten ab. Die Stadt Karlsruhe sieht derzeit keine Veranlassung für Beschränkungen der Wasserentnahme oder der Wassernutzung. "Unabhängig davon ist aufgrund des Klimawandels künftig häufiger mit längeren Trockenperioden zu rechnen. Ein sparsamer und ressourcenschonender Umgang mit Wasser bleibt daher grundsätzlich sinnvoll", sagte ein Sprecher der Stadt.
Auch in Mannheim seien keine Verbote oder sonstige Einschränkungen geplant. "Das ist aktuell nicht erforderlich, da es keine Kapazitätsprobleme gibt", heißt es von der Stadt.
Freiburg plant derzeit keine Allgemeinverfügung wie in München. "Auch wenn wir den Vorstoß verständlich finden. Jede Kommune muss eine solche Maßnahme anhand der Situation vor Ort für sich entscheiden. Maßgeblich ist dabei die Prognose, ob die Trinkwasserversorgung sichergestellt ist", sagte ein Sprecher der Stadt.