Weiße Weihnachten sind für viele Menschen in BW eher eine Ausnahme. Aber wo in Deutschland können Menschen überhaupt noch auf weiße Weihnachten hoffen?
Eine genaue Wettervorhersage für die Weihnachtstage ist erst ganz kurz vorher möglich. "Ob es an Heiligabend zumindest regional für ein paar Flocken reicht, muss noch abgewartet werden", sagt der Meteorologe Marcel Schmid vom Deutschen Wetterdienst (DWD). "Die Chancen auf zumindest leicht angezuckerte Weihnachten standen vor allem in der Südhälfte aber schon deutlich schlechter."
Oft Tauwetter an Weihnachten
In anderen Teilen Deutschlands werden weiße Weihnachten eher unwahrscheinlich sein. Eigentlich gebe es nur einen Ort, an dem es mit Sicherheit Schnee geben werde, sagt Andreas Walter vom DWD - und das sei die Zugspitze.
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"Meistens gibt es schon Ende November den ersten Schnee, aber danach folgt relativ häufig eine milde Phase, so wie wir es jetzt auch haben", so Walter. Die Meteorologie spricht dann vom sogenannten Weihnachtstauwetter. Dabei handelt es sich um ein Wetterphänomen wie die Eisheiligen, die Schafskälte oder die Hundstage - Singularität von den Fachleuten genannt. Diese träten mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent ein. Nicht jedes Jahr am selben Tag, aber immer in einem bestimmten Zeitraum.
Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten wird weniger
Ein Blick zurück zeigt: "Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten ist in den letzten Jahrzehnten deutlich gesunken", sagt DWD-Experte Walter. Eine Schneedecke von mindestens einem Zentimeter an allen drei Weihnachtstagen habe es das letzte Mal 2010 in Deutschland auch im Tiefland gegeben - also vor 15 Jahren.
Vergleiche man die 30-jährigen Zeiträume 1961 bis 1990 und 1991 bis 2020, sehe man einen Rückgang der Schnee-Wahrscheinlichkeit von 15 bis 40 Prozent. In Freiburg beispielsweise sei die Wahrscheinlichkeit für Schnee an Weihnachten in den vergangenen drei Dekaden von 17 auf circa 5 Prozent gesunken.
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Wenige Tage bis Weihnachten, dann treffen sich Menschen rund um den Christbaum. Zuvor heißt es für viele, von Karlsruhe nach Hause fahren zur Familie mit der Bahn oder dem Auto.
Doch im Vergleich zu früheren Jahren fällt nicht nur weniger Schnee, er schmilzt auch schneller dahin: "Früher hatte man mehr diese langanhaltenden, kalten Hochdrucklagen. Also wenn Schnee lag, dann blieb der auch eine Weile liegen", sagt der Atmosphärenforscher Bodo Ahrens von der Universität Frankfurt. Heute schneie es zwar immer noch ab und zu, aber die weiße Pracht sei von kürzerer Dauer: "Die kalten stabilen Lagen sind weniger geworden." Ursache dafür sei die Klimaerwärmung.
Wo kann man in BW auf weiße Weihnachten hoffen?
In den Alpen und anderen Höhenlagen sind weiße Weihnachten dem DWD zufolge deutlich wahrscheinlicher als beispielsweise im Tiefland oder an den Küsten. In Baden-Württemberg gebe es eine - wenn auch geringe - Chance auf Schnee rund um Freiburg. Für viele wird der Traum des Winterwonder-Ländles aber wahrscheinlich ein Wunsch bleiben.