Das Sturmtief "Elli" zieht über Deutschland und bringt auch Einschränkungen für Autofahrer und Bahnreisende mit sich. Zwar liegt der Schwerpunkt in Norddeutschland, aber auch in Baden-Württemberg gibt es Auswirkungen.
Im regionalen Zugverkehr im Land sollen unter anderem mehrere Züge mit reduzierter Geschwindigkeit fahren. Betroffen ist laut der Bahn beispielsweise die Linie RE2 auf der Schwarzwaldbahn im Streckenabschnitt zwischen Hausach - St. Georgen - Villingen und Donaueschingen. Züge der Linie BR 74 sollen auf dem Streckenabschnitt zwischen Pforzheim und Hochdorf langsamer fahren. Ferner seien die S-Bahn-Linien 1 und 10 in Südbaden streckenweise betroffen, hieß es. Zwischen Titisee und Neustadt sei wegen der witterungsbedingten Einschränkungen ein zusätzlicher Busverkehr im Pendelbetrieb eingerichtet.
Weil die Wetterlage in Norddeutschland durch starken Schneefall deutlich angespannter ist, gibt es dort stärkere Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Am Freitagnachmittag hieß es von der Deutschen Bahn, auch in Ostdeutschland gebe es witterungsbedingt immer mehr Beeinträchtigungen.
Unwetterwarnung für Teile des Schwarzwalds Sturmtief Elli: DWD warnt vor starkem Schneefall und Wind
Nach den milden Temperaturen am Freitag soll es am Wochenende wieder kälter und windiger werden. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Sturmböen und Schneefall.
Bahn: Fernverkehr in Norddeutschland eingestellt
Am Freitagvormittag hatte die Deutsche Bahn (DB) den Fernverkehr im Norden eingestellt. Laut der DB wurde der gesamte Schienenverkehr im Großraum Hannover unterbrochen. Damit sei eines der bundesweit wichtigsten Drehkreuze betroffen "und der Fernverkehr im Norden Deutschlands nicht mehr möglich". Erst am Samstag soll der Zugverkehr schrittweise wieder aufgenommen werden.
Richtung Süden kommt es laut Bahn im Fernverkehr auf den Strecken Hannover - Frankfurt/Würzburg und Berlin - Kassel-Wilhelmshöhe zu Zugausfällen. Zwischen Frankfurt und Köln sowie Hannover und Würzburg werde vorsorglich die Höchstgeschwindigkeit reduziert. "Dadurch kann es zu Verspätungen und Anschlussverlusten kommen." Das betrifft Reisende aus Baden-Württemberg, die etwa in Richtung Norden unterwegs sind oder umgekehrt am Freitag ihre Rückreise geplant hatten.
HSV-Fans auf dem Weg nach Freiburg in Hannover gestrandet
So sind zum Beispiel auf dem Weg zum Bundesliga-Spiel ihres HSV beim SC Freiburg einige Hamburger Fußball-Fans vorübergehend in Hannover steckengeblieben: "Leider sind wir jetzt in Hannover gestrandet", sagte einer der Fans. Sie hofften, dass sie "irgendwie noch nach Freiburg kommen. Und sei es irgendwann Mitternacht."
Das für Samstagnachmittag geplante Bundesligaspiel der TSG Hoffenheim bei Werder Bremen fällt aus. Die Partie kann wegen flächendeckender Vereisungen und erheblicher Schneeverwehungen im Stadionareal nicht stattfinden, teilte die Deutsche Fußball Liga mit. Ein Nachholtermin werde "zeitnah" bekannt gegeben.
Zumeist kleine Unfälle auf den Straßen
Wetterbedingte Unfälle gab es auf den Straßen in Baden-Württemberg nur wenige. In der Nacht auf Freitag kam es zu einem mutmaßlichen Glätteunfall: Auf einer Landstraße bei Ebhausen (Kreis Calw) kam ein Linienbus auf schneeglatter Straße in einer Kurve von der Fahrbahn ab und rutschte rund fünf Meter einen Abhang hinunter. Der 29 Jahre alte Fahrer und die beiden Insassen im Alter von 25 und 32 Jahren wurden dabei laut Polizei leicht verletzt.
Zu weiteren größeren Glätteunfallen im Land kam es offenbar nicht. Im Raum Heilbronn wurde zum Beispiel in der ganzen Region nur zwei Unfälle mit Glätte gemeldet: Bei Zaberfeld (Kreis Heilbronn) kam ein Autofahrer von der Straße ab und rutschte in eine Böschung. Der Fahrer wurde nicht verletzt. In Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall) stürzte ein Fahrradfahrer.
Auf den Landstraßen im Raum Ulm landeten einige Fahrer im Graben - ohne größere Schäden, berichtet die Polizei. Auf der A8 gab es am Donnerstagabend Eisregen. Trotzdem kam es zu keinen größeren Unfällen, wie es auf SWR-Nachfrage bei der Autobahnmeisterei hieß.
Wegen starken Windes fahren am Bodensee einige Schiffe nicht - wie etwa der Katamaran zwischen Friedrichshafen und Konstanz.