Unverständnis bei Anwohnern

Geplanter Wolfsabschuss: Umweltministerin spricht von einer der schwersten Entscheidungen

Vor zwei Wochen wurde bekannt: Der Wolf GW2672m, bekannt als Hornisgrinde-Wolf, soll abgeschossen werden. Für Ministerin Walker eine der schwersten Entscheidungen ihrer Amtszeit.

Teilen

Stand

Von Autor/in Jakob Sax

Die Diskussion um den möglichen Abschuss des Hornisgrinde-Wolfs polarisiert. Am Mittwoch meldete sich Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) zu Wort. "Wir kriegen das Problem nicht in den Griff", erklärte sie dem SWR. Als problematisch wird eingestuft, dass der Wolf sich immer wieder Menschen nähert und keine Scheu zeigt. Man habe versucht den Wolf zu vergrämen und zu fangen, ohne Erfolg. In solch einem Fall sei der Abschuss das letzte Mittel, so sieht es der Managementplan Wolf vor.

Seit Bekanntwerden der Entscheidung, dass der Wolf GW2672m abgeschossen werden soll, wird Kritik laut, mehrere 10.000 Menschen haben Petitionen gegen den Abschuss unterzeichnet.

Anwohner aus Forbach-Herrenwies kann Abschuss nicht nachvollziehen

Auch Heiko Eberle macht sich gegen den Abschuss stark, er hat eine Petition zum Erhalt des Wolfes kommentiert. Seine Heimat Forbach-Herrenwies im Landkreis Rastatt ist vom Nationalpark Schwarzwald umschlossen. Oft sei er dort mit seiner Hündin Carlotta im Wald unterwegs, er selbst sei dabei dem Wolf aber noch nie begegnet.

Heiko Eberle steht im Nationalpark Schwarzwald am Ortsrand von Forbach-Herrenwies.
Den Wald rund um Forbach-Herrenwies kennt Heiko Eberle sehr gut, er ist dort oft mit seiner Hündin Carlotta unterwegs.

Wir haben hier den Nationalpark, hier gab es früher Wölfe [...], es gehört dazu, dass der Wolf hier ist.

Biologe erklärte vor drei Wochen: Von diesem Wolf geht keine Gefahr aus

In der artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung, die letztendlich den Abschuss erlaubt, ist von "einer Gefahr für Menschen und Tiere" die Rede. Wenige Wochen zuvor erklärte die mit dem Wolfsmonitoring beauftrage Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg dem SWR aber, "von diesem speziellen Wolf" gehe keine Gefahr aus. Umweltministerin Walker räumte nun ein, der Wolf sei zwar "nicht bösartig", aber dennoch ein Wildtier und daher unberechenbar.

Es ist nicht so, dass dieser Wolf bösartig ist oder es jetzt schon Übergriffe oder Ähnliches gegeben hat.

Aus Sicherheitsgründen müsse man den Wolf dennoch töten - zum Schutz von Menschenleben, erklärte die Umweltministerin.

Momentan verhindert Klage den Abschuss

Aktuell wird der Wolf nicht bejagt. Eine Klage der Naturschutzinitiative e.V. hat dafür gesorgt, dass das Verwaltungsgericht Stuttgart über das weitere Vorgehen entscheidet. Mit einem Ergebnis ist im Laufe dieser Woche zu rechnen.

Stuttgart

Ministerpräsident zeigt sich genervt Kretschmann zur Abschuss-Debatte: "Wolf weiß nicht, wann Wahlkampf ist"

Bis zur Entscheidung eines Gerichts ist der Hornisgrinde-Wolf noch sicher. Zum Streit um einen möglichen Abschuss hat Ministerpräsident Kretschmann eine klare Meinung.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

Unterstmatt

Entscheidung im Eilverfahren steht aus Verwaltungsgericht Stuttgart: Hornisgrinde-Wolf darf vorerst nicht abgeschossen werden

Der Hornisgrinde-Wolf darf vorerst nicht getötet werden. Das Verwaltungsgericht Stuttgart untersagte den Abschuss bis zu einer Entscheidung in der Sache. Die Initiative begrüßt das.

Bühlertal

Alternativen zur Tötung im Nordschwarzwald gefordert "Lasst den Wolf einfach in Ruhe" - Geplanter Abschuss sorgt für Sturm der Empörung

Petitionen im Internet mit Tausenden Unterstützern, Klage von Naturschützern - der geplante Abschuss des Wolfs lässt die Emotionen hochkochen. Insider sprechen von Druck der Regierung.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Jakob Sax
Multimedialer Autor Jakob Sax

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!