BatNight im Südwesten

Mehr als nur an der Decke hängen: Fledermäusen auf der Spur

Fledermäuse gehören zu den faszinierendsten, aber auch vermeintlich "gruseligsten" Tieren der Welt. Zur BatNight will der NABU aufklären und Vorurteile ausräumen.

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Von Autor/in Jakob Sax

Mit über 25 Arten sind sie in Deutschland vertreten - nicht nur als dunkle Schatten am Himmel, sondern auch als richtig nützliche Lebewesen: Fledermäuse leisten einen großen Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht. Doch ihre Lebensräume sind zunehmend bedroht. Anlässlich der BatNight will der Naturschutzbund Deutschland (NABU) Begeisterung für die Tierart in der Bevölkerung wecken.

In Haigerloch (Zollernalbkreis) setzt sich der Naturschutzbund mit dem Projekt "Lebensraum Kirchturm" für die bedrohte Art ein. Hier lebt eine Fledermauskolonie mit rund 600 Tieren im örtlichen Kirchturm:

Fledermäuse suchen: Den nachaktiven Säugern auf der Spur

Anlässlich der BatNight veranstaltet der NABU daher bundesweit Führungen, Exkursionen und Ausstellungen. Die Naturschutzorganisation möchte damit erreichen, dass die Angst vor den Tieren schwindet. Gerüchte, dass Fledermäuse Menschenblut saugen und "kleine Vampire" sind, halten sich hartnäckig. Vorurteile möchte der NABU aus dem Weg räumen, denn nur Tiere, für die man sich begeistere, würde man auch schützen. Daher gilt, viel mehr darauf hinzuweisen, wie wichtig Fledermäuse für unser Ökosystem sind.

Damit sie auch gefunden werden, haben die meisten Naturschützerinnen und Naturschützer einen sogenannten "Bat-Detektor". Mit diesem kleinen Gerät können die - normalerweise für das menschliche Ohr nicht hörbaren - Ultraschallrufe der Fledermäuse für den Menschen hörbar gemacht werden.

Ein Mann hält ein kleines Gerät mit Display in der Hand.
Der Bat-Detekor hilft bei der Fledermaussuche, in dem die Ultraschallrufe der Tiere für den Menschen hörbar gemacht werden. Bild in Detailansicht öffnen
Mann mit Taschenlampe und Bat-Detektor auf der Suche nach Fledermäusen.
So bald es Dunkel ist werden die Fledermäuse aktiv, Jörg Andreas Reihle (Ehrenamtlicher beim NABU) kümmert sich um mehrere Kolonien in Haigerloch. Bild in Detailansicht öffnen
Fledermaus
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Ein Haufen voller Fledermauskot auf Holzboden.
Ganz schön viel Kot, etwa 10% der gefressenen Insekten werden als Kot wieder ausgeschieden. Bild in Detailansicht öffnen

Fledermäuse als Nachbarn: Nützlich statt unheimlich & gefährlich

Die fliegenden Säugetiere sind durchaus nützlich für den Menschen, denn "störende" Insekten dienen als Nahrung. Fledermäuse halten nicht nur Stechmücken fern, sondern auch Spinnen und sogar Schädlinge im Wald wie beispielsweise Käfer.

In solch einer Kolonie kommen etwa 130 bis 150 Kilo Kot im Jahr zusammen und das entspricht etwa 1,2 - 1,5 Tonnen Insekten, die die Kolonie vertilgt.

Doch Insekten werden seltener. Durch Flächenversiegelung und extensive Landwirtschaft geht den Fledermäusen das Futter aus. Auch der Lebensraum wird knapp, denn in gut gedämmten Neubauten finden sie seltener Unterschlupf. Bei der BatNight möchte der NABU daher auch Tipps für jeden Einzelnen geben, wie man Fledermaus freundlicher leben kann.

Wer selbst etwas für den Schutz der Fledermäuse tun möchte, kann mit mehrjährigen Blühwiesen Insekten anlocken, die den Fledermäusen als Futter dienen und sich bei Sanierungsarbeiten beraten lassen wie man bei Umbauten noch Platz für Fledermäuse lässt.

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Jakob Sax
Multimedialer Autor Jakob Sax

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