Toyota setzte damals erstmals auf zwei Antriebe

Erstes Hybridauto in Deutschland vor 25 Jahren: Brückentechnologie oder überholter Klimakiller?

2001 fuhr erstmals ein serienmäßiges Hybridauto auf deutschen Straßen: Durch den Toyota Prius wurde die Kombi aus Verbrenner und Elektromotor beliebt. Die Technik ist umstritten.

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Von Autor/in Katha Jansen

Beim Verkaufsstart vor 25 Jahren war Benzin noch günstig. Das Toyota-Modell wurde zunächst skeptisch belächelt. Trotzdem setzten die Japaner auf den zweiten Antrieb mit einer kleinen Batterie, um kurze Strecken relativ langsam elektrisch fahren zu können. Viele Kundinnen und Kunden fanden in der Folge Gefallen an dem Hybrid-Prinzip. Andere Hersteller zogen nach.

Hybrid-Modelle aktuell gefragt

Der Trend blieb, wenn auch auf niedrigem Niveau. Die aktuellen Neuzulassungszahlen zeigen, dass Hybride weiter nachgefragt werden. In Deutschland sind nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur (dena) die Neuzulassungen von Plug-In-Hybriden von 2024 auf 2025 um 63 Prozent gestiegen. Insgesamt machen diese Fahrzeuge 2,2 Prozent des deutschen Gesamtbestands aus. Das klingt wenig, ist aber auch ein neuer Höchstwert.

In Baden-Württemberg sind die Zahlen sogar höher: 7,7 Prozent der zugelassenen Pkws sind laut Statistischem Landesamt Anfang 2025 Hybrid-Modelle. Rheinland-Pfalz erfasst Elektrofahrzeuge und Hybride zusammen: Im Jahr 2024 stellten sie knapp 4,9 Prozent der zugelassenen Autos im Bundesland.

Spannend dabei ist: Gleichzeitig erholte sich deutschlandweit der reine E-Automarkt, eine parallele Entwicklung war somit erkennbar. Reine E-Antriebe werden beliebter, auch weil Reichweiten und Ladeinfrastruktur wachsen. Gleichzeitig setzen viele Kunden weiter auf einen Hybrid, auch weil die Hersteller in dem Bereich fleißig Modelle nachlegen.

Hybride immer noch als Brückentechnologie beworben

In der Politik und der Autoindustrie sehen viele Hybridfahrzeuge weiterhin nur als Brückentechnologie. Die Kritik an dem Hybridmodell hält seit Jahren an. Zusammengefasst: Zwei Antriebsarten in einem Auto zu verbauen sei einerseits nützlich, weil es Flexibilität liefern kann. Dabei würden aber mehr Ressourcen verbraucht werden, da zwei Systeme benötigt werden. Das macht den Aufbau komplizierter und wirkt sich in der Folge auf Preis, das Gewicht des Fahrzeugs oder auch Reparaturkosten aus.

Skizze vom Innenleben des ersten Hypridautos, das in Deutschland vor 25 Jahre in Serie verkauft wurde: Der Toyota Prius: Beim Verkaufsstart wurde er noch belächelt, denn Benzin war günstig. Trodzem setzten die Japaner auf den zweiten Antrieb mit einer kleinen Batterie.
Anfangs wurde Hybrid eher belächelt: Benzin war günstig, doch Toyota setzte auf den zweiten Antrieb mit einer kleinen Batterie.

Höherer Verbrauch an Ressourcen

Der höhere Ressourcenverbrauch hat Folgen für die Umwelt, denn oft sind es seltene und kritische Stoffe, die gebraucht werden. Bei dem Material gilt eigentlich: je weniger, desto besser. Außerdem haben die Verbrennungsmotoren der Fahrzeuge zuletzt in Tests unter realen Bedingungen teilweise deutlich mehr Sprit verbraucht und mehr Schadstoffe ausgestoßen als von den Herstellern angegeben.

Viele Fachleute sagen inzwischen auch: Hybride seien als Brückentechnologie nicht mehr erforderlich. Reine E-Mobilität funktioniert inzwischen so gut, dass man deren weiteren Ausbau eher bremst, solange man weiter fossile Brennstoffe nutzt. Selbst, wenn es nur in Hybriden ist, werde dafür ein fossiles System aufrechterhalten.

Umstrittene Steueranreize für Hybride

Als Dienstwagen werden Hybride mit einer reduzierten Besteuerung gefördert. Diese staatliche Förderung ist umstritten. Grund dafür ist vor allem die Pkw-Nutzung. Denn wie emissionsarm und damit klimafreundlich ein Hybridfahrzeug unterwegs ist, hängt stark davon ab, wie viel elektrisch gefahren wird und wie die Fahrweise beim Fahren mit Verbrennungsmotor ist.

Bei Firmen-Hybridwagen ist das Ladekabel oft unbenutzt

Wird ein Hybrid überwiegend elektrisch gefahren, dann kann das dem Klima helfen, wobei auch dann immer noch der große Rohstoffeinsatz ein Thema bleibt. Allerdings: Bei Firmenwagen zahlen meist die Arbeitgeber die Spritkosten. Das motiviert die Fahrenden nicht dazu, möglichst oft den elektrischen Antrieb zu wählen oder spritsparend zu fahren, denn sie haben keinen Kostenvorteil.

Teilweise werden die Fahrzeuge nach ihrer Zeit als Dienstwagen sogar mit gänzlich unbenutztem Ladekabel zurückgegeben. Und: Das oft vergleichsweise hohe Gewicht der Hybride begünstigt zudem einen höheren Verbrauch. Hybride, die so genutzt werden, helfen nicht beim Klimaschutz, weil sparen kein oder nur wenig Kohlendioxid einsparen.  

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Katha Jansen
SWR-Wirtschaftsredakteurin Katha Jansen
Onlinefassung
Petra Thiele
SWR-Wirtschaftsredakteurin Petra Thiele

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