Der deutschlandweit erste Erzählroboter für Schülerinnen und Schüler hatte am Montag in der Heilbronner Wartbergschule seine Premiere. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem WLAN, konnte sich Robo, wie er liebevoll getauft wurde, präsentieren. Er wird jetzt drei Jahre lang an der Schule vor allem in der Sprachförderung eingesetzt. Schulleiterin Tina Riek-Hessenthaler freut sich auf die Unterstützung.
Robo ist ab heute Teil unserer Schulgemeinschaft und kommt in allen Klassen zum Einsatz. Wir sind total gespannt, wie sich das ganze Projekt entwickelt.
Mit Robo spielerisch Deutsch lernen
Es gehe darum, dass der Roboter vor allem in der Sprachförderung und beim Erzählen, aber natürlich auch dann in anderen Fächern eingesetzt werde, erklärt Riek-Hessenthaler. Die Kinder lernen dadurch, die Künstliche Intelligenz zu nutzen, erkennen die Möglichkeiten und auch die Grenzen der Künstlichen Intelligenz.
Das Ganze ist ein Projekt der aim (Akademie für Innovative Bildung und Management Heilbronn-Franken) in Zusammenarbeit mit der LMU München (Ludwig-Maximilians-Universität München) und dem KIT Karlsruhe (Karlsruher Institut für Technologie). Das Projekt wird über die gesamte Laufzeit wissenschaftlich begleitet. Die LMU München erforscht anhand des Roboters unter anderem, wie Künstliche Intelligenz Kinder zum Sprechen motivieren kann.
Erzählroboter Robo kombiniert Sprache und Mimik
Rund sieben Jahre hat Claude Toussaint an der Entstehung von Robo, der sich nicht alleine fortbewegen kann, gearbeitet. Er sei sehr gespannt gewesen auf die Reaktionen der Schülerinnen und Schüler, sagte er im SWR-Interview. Alle seien total begeistert gewesen und seien auf ihn zugestürmt.
Robo solle den Kindern von der ersten bis zur dritten Klasse helfen, die deutsche Sprache zu lernen, besser zu werden im Formulieren, im Zuhören und im Verstehen. Er schaffe das, indem er die Kinder motiviert, mit ihm zu sprechen. Das mache er, indem er nicht nur spricht wie Alexa, sondern die Kinder auch anschaue.
Die Kinder sind total begeistert und wollen alle mit Robo reden.
Acht Schulen aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn sind dabei
Insgesamt acht Schulen aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn machen bei dem Projekt mit. Der nächste Roboter geht Anfang nächsten Jahres an die Heilbronner Gerhard-Hauptmann-Schule. Für Kinder und Lehrkräfte ist das Projekt freiwillig.
In Pflegeheimen sind solche Roboter schon länger im Einsatz. Unter anderem in Mannheim spricht er mit den Bewohnerinnen und Bewohnern. Das Fazit fällt bislang gemischt aus.