Edelmetalle als Wertanlage

Goldpreis 2026 - was dafür spricht, dass er weiter steigt

Anleger sehen Gold gilt als "sicheren Hafen" in Krisenzeiten, denn es gilt als wertstabil. Im vergangenen Jahr war der Preis stark gestiegen - gilt das auch 2026?

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Von Autor/in Jutta Kaiser

Die Preise für Gold schwanken teils sehr stark. Schaut man sich die Wertentwicklung über die vergangenen zehn Jahre an, war sie allerdings sehr positiv: Gab es bis zum Jahr 2019 noch eher eine Seitwärtsbewegung bei den Goldpreisen, zeigt sich seitdem eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung.

Das überrascht nicht, denn Gold ist insbesondere in Krisenzeiten beliebt. Und seit dem Jahr 2020 gab es in dieser Hinsicht keinen Mangel: Die Corona-Pandemie brachte über Jahre Gesellschaft und Wirtschaft weltweit an ihre Grenzen, es folgte der russische Angriffskrieg auf die Ukraine 2022, im Jahr darauf der Krieg im Sudan sowie der Gaza-Krieg - um nur einige Konfliktherde zu nennen.

Krisen treiben Goldpreis kurzfristig nach oben

Auch der US-Angriff auf Venezuela und die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro am 3. Januar 2026 haben sich auf den Goldpreis an den Rohstoffbörsen ausgewirkt: Er stieg, sobald die Börsen nach dem Wochenende wieder geöffnet hatten, kurzfristig sprunghaft an, bewegt sich seitdem aber tendenziell wieder nach unten.

Laut dem Geschäftsführer der Fachvereinigung Edelmetalle in Pforzheim, York Tetzlaff, ist das eine typische Entwicklung bei akuten Krisen. Der Goldpreis schwanke kurzfristig stark - das Edelmetall sei aber mittel- bis langfristig wertstabil. Denn es handele sich um einen nur begrenzt verfügbaren Rohstoff.

Eigentlich darf man sich nicht freuen über die hohen Preissteigerungen bei Gold und anderen Edelmetallen. Denn es bedeutet, dass wir in krisengeschüttelten Zeiten leben.

Akteure am Goldmarkt sind unter anderem Staaten

In den vergangenen Jahren hätten viele Staaten für eine hohe Nachfrage nach Gold gesorgt: Die Zentralbanken insbesondere von Schwellenländern wie der Türkei, Brasilien oder Indonesien hätten viel Gold gekauft, um den wachsenden politischen Unsicherheiten zu entgehen und sich unabhängiger vom Dollar zu machen.

Auch der Dollarpreis spielt eine Rolle für die Goldpreisentwicklung: Steht er relativ schwach - wie derzeit - spricht das für höhere Goldpreise. Und auch die Leitzinsentwicklung in den Vereinigten Staaten von Amerika hat laut Tetzlaff großen Einfluss: Je niedriger die Zinsen, desto attraktiver sei Gold als zinslose Wertanlage und desto mehr werde gekauft.

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Goldpreis 2026: Tendenz nach oben ist wahrscheinlich

Momentan sieht es danach aus, als würden die geopolitischen Unsicherheiten auf der Welt eher zu- als abnehmen. Experten befürchten unter anderem, dass die Konfliktsituation zwischen China und Taiwan eskalieren könnte. Dazu sorgt US-Präsident Trump immer wieder mit Äußerungen für Verunsicherung: Etwa mit möglichen Plänen, Grönland zu übernehmen oder in weiteren Länder in Mittelamerika einzugreifen.

Wenn geopolitische Risiken zunehmen, steigt kurzfristig auch der Goldpreis. York Tetzlaff von der Fachvereinigung Edelmetalle Pforzheim geht davon aus, dass der Goldpreis auch in Zukunft kurzfristig schwanken wird, tendenziell aber steigt. Dennoch sei Gold nicht für jeden Verbraucher die richtige Anlageform. Es seien Besonderheiten zu beachten.

Für wen Gold als Wertanlage infrage kommt

Gold sei als Beimischung im Vermögensportfolio empfehlenswert - als eine von mehreren Anlageformen. Das Edelmetall sei wertstabil und könne gerade in Krisenzeiten als Inflationsschutz dienen, genauso wie etwa eine Investition in andere Sachwerte wie zum Beispiel Immobilien. Wenn es einem Anleger allerdings darum gehe, möglichst viel Rendite zu erwirtschaften, seien möglicherweise Aktien die bessere Wahl.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt Verbraucherinnen und Verbrauchern, nicht mehr als fünf bis zehn Prozent ihres Vermögens in Gold anzulegen - und den Rest in andere Anlageformen, zum Beispiel in Zinspapiere und Aktienfonds. Gold könne ein stabilisierendes Element sein, falls die Aktienmärkte einbrechen oder gegen die Inflation. Für sich allein genommen sei Gold aber alles andere als eine sichere Geldanlage.

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Jutta Kaiser
Bild von Jutta Kaiser aus der SWR-Wirtschaftsredaktion.

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