Die größten Stromfresser im Haushalt
Das größte Einsparpotenzial liegt in vielen Haushalten bei der Erzeugung von Warmwasser, sei es zum Kochen, Waschen, Spülen oder Duschen. Auch beim Austausch der Heizungspumpe oder sehr alter Haushaltsgeräte kann viel Strom gespart werden. Es ist aber sehr individuell, mit welchen Maßnahmen ein Haushalt am meisten Stromkosten sparen kann.
Wann lohnt es sich, bestehende Glühlampen gegen LED-Lampen auszutauschen?
Rund 10% entfallen auf das Licht im Haushalt. Der Austausch alter Glühlampen gegen LEDs lohnt sich eigentlich fast immer. Höchstens bei Lampen, die nur sehr selten brennen, wie zum Beispiel in einem kaum genutzten Abstellraum, könnte man mit dem Austausch warten, bis die alte Glühlampe kaputt geht. LED-Lampen verbrauchen sehr wenig Strom und halten zudem in der Regel sehr lange. Ein Austausch lohnt sich insbesondere bei Lampen, die lange leuchten. Auch gegenüber älteren Stromsparlampen oder Halogenlampen ist das Sparpotential von LEDs noch so groß, dass sich der Austausch in kurzer Zeit lohnt.
Wann lohnt sich - beispielsweise bei Wäschetrockner und Kühlschrank - eine Neuanschaffung, obwohl das alte Gerät noch einwandfrei arbeitet?
Wenn der Unterschied im Stromverbrauch zwischen Neu- und Alt-Gerät besonders groß ist, kann es sich auch lohnen, noch funktionierende Geräte auszutauschen. Wenn man ausrechnet, wie viel Euro Stromkosten man pro Jahr mit einem Neugerät sparen kann und dieser Wert höher ist als der Anschaffungspreis des Neugerätes geteilt durch die erwartete Nutzungsdauer, lohnt sich ein vorzeitiger Tausch.
Was ist bei Kühlschrank und Herd zu beachten?
Beim Kühlschrank reicht in der Regel eine Temperatur von 7 °C und im Gefrierfach sollte sie bei -18°C liegen. Niedrigere Temperaturen sind meistens nicht nötig und führen zu einem höheren Stromverbrauch. Man sollte auf jeden Fall regelmäßig abtauen, falls sich Eis an den Kühlrippen bildet, denn dadurch steigt ebenfalls der Stromverbrauch. Bei der Nutzung sollte man darauf achten, dass man die Tür immer nur so kurz wie möglich öffnet, damit nicht so viel warme Luft in den Kühlschrank strömt, die dann wieder abgekühlt werden muss. Wer beim Einkaufen mit einer Kühltasche verhindert, dass die Lebensmittel sich auf dem Weg nach Hause zu sehr erwärmen, spart ebenfalls Strom, da der Kühlschrank diese Produkte nicht erst wieder abkühlen muss. Beim Kochen sollte man darauf achten, dass man nicht mehr Wasser als nötig erhitzt, außerdem kann man bei vielen Gerichten die Restwärme zum fertig garen nutzen, also den Herd ein paar Minuten vor Ende der Garzeit ausschalten. Das funktioniert auch gut beim Backofen. Dort kann man zudem oft auf das Vorheizen verzichten und die Umluftfunktion nutzen. Bei Umluft reicht in der Regel eine um ca. 20 Grad niedrigere Temperatur und es können mehrere Speisen auf mehreren Ebenen gleichzeitig gebacken werden.
Warmwasser bietet oft hohes Sparpotenial
Für das Erhitzen von Wasser ist viel Energie nötig. Gerade im Bad kann man die nötige Warmwassermenge durch den Einsatz von Perlatoren bzw. Sparduschköpfen ohne Komfortverlust deutlich reduzieren. Sie mischen Luft in den Wasserstrahl, dadurch fühlt man kaum, dass weniger Wasser fließt. Und natürlich kann man auch eine Menge sparen, wenn man 1-2 Grad kühler und 1-2 Minuten kürzer duscht.
Stromfresser "Standby"
Seit einiger Zeit ist gesetzlich geregelt, dass neue Geräte im Stand-By nur noch sehr wenig Strom verbrauchen dürfen, so dass das nicht mehr so sehr ins Gewicht fällt wie früher. Trotzdem kann man auch hier noch ein wenig sparen, wenn man zum Beispiel den Fernseher oder die Spielekonsole mit Hilfe einer schaltbaren Steckdosenleiste komplett ausschaltet. Vorsichtig sein sollte man beim Internetrouter, da oft auch das Festnetztelefon über den Router läuft. Ist man darauf angewiesen kann man aber zumindest das WLAN manuell oder über die Benutzeroberfläche des Routers zeitweise ausschalten.
Versteckte Stromfresser: Heizungspumpe und Zirkulationspumpe
Heizungspumpen haben sehr hohe Laufzeiten, da sie in der Heizsaison permanent warmes Wasser durch die Heizungsrohre pumpen. Alte Pumpen laufen dabei immer mit der gleichen Leistung und erzeugen so einen hohen Stromverbrauch. Moderne Heizungspumpen können ihre Leistung an den aktuellen Bedarf anpassen. Dadurch kann man schnell einige 100 kWh Strom im Jahr einsparen und die Investition in die neue Pumpe hat sich schnell bezahlt gemacht.
Zirkulationspumpen sorgen dafür, dass an den Wasserhähnen schneller warmes Wasser zur Verfügung steht. Dafür pumpen sie ständig warmes Wasser im Kreis, auch wenn gar keins benötigt wird. Mit einer Zeitschaltuhr kann man die Laufzeit dieser Pumpen auf die Zeiten, in denen normalerweise Warmwasser benötigt wird, beschränken. Falls man doch mal zu anderen Zeiten warmes Wasser braucht, dauert es lediglich etwas länger bis es am Wasserhahn ankommt.
Im Studio: Christian Zarmstorf, Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz
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