Der langjährige Landtagsabgeordnete Christian Baldauf war letztlich der einzige Kandidat, der sich um den Posten des Lotto-Geschäftsführers beworben hatte. Der Aufsichtsrat hat den Christdemokraten am Donnerstag einstimmig berufen, wie der Aufsichtsratsvorsitzende Fedor Rose und der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung, Rudolf Storck, mitteilten.
Meinung von SWR-Korrespondent Frederik Merx Besetzung von Lotto-Posten: "Kein Kommunikations-Fail, sondern Instinktlosigkeit"
Mit ihrer Personalentscheidung zum Lotto-Posten bewies die neue Koalition in RLP "Instinktlosigkeit", sagt SWR-Redakteur Frederik Merx.
Baldauf wird das Unternehmen ab dem 1. Juni leiten. Der Frankenthaler kündigte an, Lotto Rheinland-Pfalz weiter zu entwickeln im Hinblick auf Digitalisierung, Spielerschutz und die Bekämpfung des illegalen Glücksspiels. Auch das soziale Engagement und das Sponsoring in Sport und Kultur solle weiter geschärft werden.
Baldauf legt Landtagsmandat nieder
Zugleich teilte Baldauf dem Landtagspräsidenten mit, dass er sein Abgeordnetenmandat zum 31. Mai niederlegen wolle. Der 58-Jährige begründete dies mit einer Interessenkollision: Die Arbeit als Lotto-Geschäftsführer sei nicht vereinbar mit der Arbeit als Landtagsabgeordneter, so Baldauf auf SWR-Anfrage.
Streit um geplanten zweiten Geschäftsführerposten
Damit endet eine Personaldebatte, die sehr emotional geführt wurde. Dabei ging es weniger um die Personalie Baldauf - diese war schon länger bekannt. Schlagzeilen hatte der Plan der SPD ausgelöst, erneut ein Parteimitglied in die Geschäftsführung zu schicken: den bisherigen Landtagspräsidenten Hendrik Hering. Für ihn sollte extra ein zweiter Geschäftsführerposten geschaffen werden. Jahresgehalt: rund 200.000 Euro. Nach heftiger Kritik hatte Hering vergangenen Freitag mitgeteilt, auf den Posten zu verzichten.
Nach scharfer Kritik Hering verzichtet auf Posten als zweiter Lottogeschäftsführer in RLP
Der langjährige rheinland-pfälzische Landtagspräsident Hendrik Hering (SPD) wird doch nicht zweiter Geschäftsführer von Lotto Rheinland-Pfalz.
Bisheriger Lotto-Geschäftsführer geht in Ruhestand
Bisher wurde die Lottogesellschaft, deren Hauptgesellschafter das Land Rheinland-Pfalz ist, von dem Sozialdemokraten Jürgen Häfner geleitet. Er scheidet nach rund zwölf Jahren aus dem Amt. Zuvor war Häfner unter anderem Staatssekretär im Innenministerium.
Laut Wirtschaftsprüfungsbericht erhielt Häfner bei Lotto RLP zuletzt ein Jahresgehalt von knapp 200.000 Euro. Es setzte sich aus Grundvergütung und erfolgsabhängigen Zahlungen zusammen.
SPD zu Personaldebatte: "Kommunikation war nicht gut"
SPD-Fraktionschef Alexander Schweitzer gestand ein, dass Fehler gemacht wurden. "Die Kommunikation dazu war nicht gut", sagte Schweitzer. Es sei eine gemeinsame Position beider Koalitionspartner gewesen, künftig zwei Geschäftsführer für die Lottogesellschaft zu berufen.
Er dankte Hering dafür, auf den Posten verzichtet und damit die Diskussionen zu dem Thema beendet zu haben.