Klug tanken, clever fahren

Benzin wird immer teurer: Experte gibt 7 Tipps zum Geldsparen

Die Politik diskutiert weiter, was gegen die exorbitant hohen Benzinpreise zu tun ist. Als Autofahrer können wir aber alle sofort unsere Spritkosten senken. 7 Tipps und eine kleine Beispielrechnung.

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"Energiespar-Programm zur Verminderung des Kraftstoffverbrauchs" - damit wirbt die Verkehrswacht Mainz für einen ihrer Kurse. SWR Aktuell hat mit dem Ersten Vorsitzenden, Volker Weicherding, gesprochen und die wichtigsten Tipps erfragt, damit der Tankstellen-Stopp ein bisschen weniger wehtut.

Tipp 1: Reifendruck
Tipp 2: Gepäckträger
Tipp 3: Schalten
Tipp 4: Vorausschauendes Fahren
Tipp 5: Standphasen
Tipp 6: Geschwindigkeit
Tipp 7: Klimaanlage

SWR Aktuell: Bevor die Politik weitere Maßnahmen beschließt, von denen nicht klar ist, ob die überhaupt im Portemonnaie der Verbraucher ankommen - können Sie eine Zahl nennen, wie viel Geld ich als Autofahrerin durch meine eigene Fahrweise direkt einsparen kann?

Volker Weicherding: Die Einsparung beträgt hier mindestens mal 10 Prozent. Bei einer Kilometerleistung von 20.000 bis 30.000 Kilometern im Jahr ist das jede Menge Zeug.

SWR Aktuell: Das sind abstrakte Zahlen. Wie schnell merke ich wirklich, dass ich durch eine veränderte Fahrweise weniger Benzin verbrauche, also Geld spare?

Weicherding: Das merkt man sofort. In unseren Spritspartrainings machen wir mit unseren Teilnehmern eine Fahrt einmal so, wie sie halt normal am Straßenverkehr teilnehmen. Und dann fahren sie dieselbe Strecke nochmal mit unseren Vorgaben, mit unseren Tipps. Die Leute merken gleich beim Blick auf den Bordcomputer: der Verbrauch ist geringer und der bedeutet meist eine Energieeinsparung von meistens 10 bis 20 Prozent.

SWR Aktuell: Okay - das Einsparpotenzial ist ganz offensichtlich vorhanden. Wie komme ich da hin?

Weicherding: Wir unterscheiden hier erstmal Maßnahmen, die vor der Fahrt gemacht werden sollten und solchen, die während der Fahrt zu beachten sind.

SWR Aktuell: Was kann ich also vor Fahrtantritt für meinen Geldbeutel tun?

Weicherding: Vor der Fahrt einfach noch mal den Reifenluftdruck prüfen, weil man hier schon viel Sprit einsparen kann, wenn man den richtigen Luftdruck fährt. Wir empfehlen so als Standard, bei jeder dritten Tankfüllung zu tun oder zumindest einmal im Monat.

Dachgepäckträger, Fahrradträger - was man im Moment nicht unbedingt braucht, sollte man grundsätzlich wieder abbauen. Dadurch kann ich vor der Fahrt also viele Maßnahmen treffen, um Sprit einzusparen.

Es lohnt sich immer, bei Standphasen den Motor abzuschalten.

SWR Aktuell: Und dann geht es während der Fahrt weiter - wie lässt sich hier Benzin und damit Geld sparen?

Weicherding: Als allererstes: Während der Fahrt früh genug hochschalten. Spätestens bei 2.000 Umdrehungen sollte man den nächsten Gang wählen und entsprechend spät wieder zurückschalten - das spart Benzin.

SWR Aktuell: Welches Fahrverhalten wirkt sich noch positiv auf den Benzinverbrauch aus?

Weicherding: Vorausschauendes Fahren ist sehr wichtig. Also: Abstand halten, damit man nicht unnötig bremsen muss. Beim Blick auf eine rote Ampel vom Gas runter gehen und nicht abrupt abbremsen. So wird die aufgebaute Geschwindigkeit sinnvoll genutzt und nicht durch unnötiges Bremsen wieder zunichte gemacht.

SWR Aktuell: Motor abschalten an der roten Ampel - da scheiden sich ein bisschen die Geister. Was sagen Sie, lohnt sich das?

Weicherding: Man macht grundsätzlich nichts falsch, denn wenn der Motor nicht läuft, verbraucht er natürlich auch keinen Sprit. Wir sagen, es lohnt sich immer bei Standphasen an der Ampel, an Bahnübergängen, den Motor abzuschalten, wobei viele Autos ja schon eine Start-Stopp-Automatik haben.

Als Faustformel kann man auch zwanzig Sekunden nennen - aber jede Rotphase dauert mindestens zwanzig Sekunden. Und wenn ich für zehn Sekunden abschalte, habe ich auch nichts falsch gemacht.

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SWR Aktuell: Sprechen wir mal über Geschwindigkeit, ein Tempolimit ist jetzt auch wieder ins Spiel gebracht worden. Wie wirkt sich der Stand meiner Tachonadel auf meinen Geldbeutel aus?

Weicherding: Grundsätzlich sollte man sich erstmal an die vorgehaltenen Geschwindigkeitsbegrenzungen halten, damit ist schon viel gewonnen. Als Richtgeschwindigkeit empfehlen wir eine Geschwindigkeit von 130 kmh. Das ist eigentlich eine gute Geschwindigkeit, bei der die Drehzahl im grünen Bereich noch ist und der Motor nicht zu hoch dreht und ich dadurch mit dieser Geschwindigkeit schon Sprit einsparen kann.

Bei 2.000 bis 3.000 Umdrehungen arbeitet der Motor recht leicht und ich habe wenig Spritverbrauch.

SWR Aktuell: Ist die Klimaanlage ein Spritfresser, kann ich darüber Einfluss auf meinen Spritverbrauch nehmen?

Weicherding: Ja, natürlich, das sind elektronische Sachen, die dann auch letztendlich für einen höheren Spritverbrauch sorgen. Ich muss nicht unbedingt immer die Klimaanlage laufen lassen, zum Beispiel bei einer Temperatur von 15 bis 20 Grad, da muss ich nicht die Klimaanlage laufen lassen, das kann ich mir sparen.

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Genauso: Eine Standheizung oder das Auto warm laufen lassen, das sollte man alles vermeiden. Viel Benzin kosten auch Kurzstrecken zum Bäcker, zum Metzger zur Post. Da ist der Motor nicht nicht warm, der wird auf diesen Kurzstrecken auch nicht warm. Dadurch ist der Spritverbrauch hoch. Diese Fahrten sollte man mit Blick auf Energieeinsparung vermeiden.

SWR Aktuell: Wenn ich mich da umstellen will - das ist ja gar nicht so einfach, Gewohnheiten zu ändern. Kann ich mich da irgendwie austricksen?

Weicherding: Da braucht man ja nur einen Blick in den Geldbeutel zu werfen oder man wird schnell daran erinnert, wenn man derzeit an die Tankstelle fährt. Wenn man so ein bisschen darauf achtet, sich selbst diszipliniert, an ein paar Sachen hält, dann kann man auch, ohne dass ich mich großartig umgewöhnen muss, an so etwas erinnern. Das geht nachher in Fleisch und Blut über.

SWR Aktuell: Zur Tankstelle müssen wir dennoch alle irgendwann: Was halten Sie von Tank-Apps?

Weicherding: Die zu nutzen, das macht auf jeden Fall Sinn und ich kann das jedem auch nur empfehlen.

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Erstmals publiziert am
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Das Interview führte
Andrea Lohmann
Andrea Lohmann, Online-Redakteurin bei SWR Rheinland-Pfalz Aktuell

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