"Die Mitarbeiter des Fan-Projekts sind Teil der Fangemeinschaft, schaffen Vertrauen bei den Menschen und haben das Ziel, dass sich Jugendliche öffnen und über ihre Probleme sprechen", sagt Jörg Rodenbüsch, der stellvertretende Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Südwest. Damit das gelingt, müssen beide Mitarbeitende gemeinsam mit den Fans in Zug oder Bus zu den Heim- und Auswärtsspielen des FCK fahren. "Wir müssen da kontinuierlich dabei bleiben", so Rodenbüsch. "Die Lebenswelt der Jugendlichen kann sich schnell ändern. Wenn wir dann mal nicht dabei sein sollten, verlieren wir schnell den Anschluss und vielleicht auch den Kontakt zu den jungen Menschen."
Interview mit einer Helferin Obdachlos in Kaiserslautern: Streetworker und FCK kämpfen für junge Männer
Das neue Projekt "S(ch)ichtwechsel" soll jungen Männern in schwierigen Lebenslagen helfen. Der FCK und der AWO Südwest mache sich dafür stark. Streetworkerin Jeanette Geßner erzählt wie sie den Menschen helfen möchte:
Ausfallen dürfe deswegen eigentlich keiner der beiden Mitarbeitenden. Klar ist aber auch: Jeder wird mal krank oder hat mal Urlaub. "Deswegen brauchen wir dringend eine dritte Vollzeitstelle", sagt Jörg Rodenbüsch. "Die kostet natürlich Geld und da hoffen wir, dass uns das Land in Zukunft stärker unterstützt.
Knapp 60.000 Euro mehr für AWO-Fanprojekt in Kaiserslautern?
Gefördert wird das Fanprojekt vom Land Rheinland-Pfalz, der Stadt Kaiserslautern und von der Deutschen Fußball Liga. Von der Stadt gibt es laut AWO Südwest aktuell 80.000 Euro, vom Land 51.000 und die Deutsche Fußball Liga schießt nochmal 131.000 Euro zu.
Fair sei das nicht, findet Jörg Rodenbüsch. Das Fanprojekt in Mainz bekommt vom Land nämlich knapp 30.000 Euro pro Jahr mehr. "Da stellt sich schon die Frage 'warum?'", so Rodenbüsch. "Wir machen in Kaiserslautern ja die gleiche Arbeit. Wir werden für das Jahr 2027 die gleiche Fördersumme beantragen, die auch das Fanprojekt Mainz e.V. bekommt", sagt Rodenbüsch. Sollte das Land die zusätzlichen knapp 30.000 Euro genehmigen, würde laut AWO auch mehr Geld von der DFL kommen, weil die sich an den Zuschüssen von Kommune und Land orientiert. "Da könnten wir dann mit weiteren knapp 30.000 Euro rechnen", so Jörg Rodenbüsch.
AWO-Fanprojekt Kaiserslautern ist wichtige Anlaufstelle für Jugendliche
Neben dem Gesprächsangebot bei den Fußballspielen des FCK können die jungen Fans im Alter zwischen 14 und 27 Jahren auch in die Kartoffelhalle kommen. Sie ist die Heimat des Fanprojekts in Kaiserslautern. Dort können Besucher zusammen unter anderem Tischkicker, Konsolenspiele und Darts spielen und dabei mit den Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern ins Gespräch kommen.