Der Flugplatz Zweibrücken ist in dieser Woche Schauplatz einer besonderen Übung: Das Taktische Luftwaffengeschwader 33 der Bundeswehr probt unter dem Namen "Dispersed Operations", wie Kampfjets im Ernstfall auf zivile Infrastruktur ausweichen können. Während am Himmel die Tornado-Flugzeuge donnern, wird am Boden diskutiert. Sind solche Übungen Notwendigkeit oder Lärmbelästigung? Und wie hat die Westpfalz diese Woche erlebt?
Die direkte Nachbarschaft vom Rollfeld in Zweibrücken hat die Übungen natürlich bemerkt. Die Mitarbeitenden im Fashion Outlet in Zweibrücken hätten die kurzen Momente, in denen es lauter wurde, letztlich aber nicht als störend empfunden, wie eine Pressesprecherin auf Nachfrage mitteilt. Eine Beeinträchtigung des Betriebs habe nicht stattgefunden.
"Die Krähen sind lauter": Gelassenheit im Rosengarten Zweibrücken
Ebenso gelassen sah man die Woche in der Stadt. Heiko Hübscher, gärtnerischer Leiter des Rosengartens Zweibrücken, zeigt sich tiefentspannt. Da der Garten ohnehin im Überflugbereich liegt, sei ihm kaum ein Unterschied zu den üblichen Flugbewegungen aufgefallen. Er stellt trocken fest, dass die Krähen im Garten teilweise mehr Lärm verursachen würden als die Kampfjets am Himmel.
Sicherheit durch Abschreckung: Alternativlose Verteidigungsfähigkeit
Unter dem Leitmotiv "Train as you fight" sehen viele der Menschen aus der Region, die sich auf einen SWR-Aufruf gemeldet haben, die aktuelle Übung als alternativlos an. Werner Rohde aus Queidersbach mahnt etwa, dass solche Trainingseinheiten früher fahrlässigerweise vernachlässigt wurden, während Herr Bastian aus Lauterecken überzeugt ist, dass sich ein Aggressor nicht mit frommen Worten beeindrucken lässt. Stefan W. aus Sembach erklärt, dass man kämpfen können müsse, um am Ende eben nicht kämpfen zu müssen.
Fluglärm über der Pfalz: Angst und Kritik der Anwohner
Trotz der weitestgehenden Akzeptanz für die Bundeswehr-Übung, sorgt sie bei einigen Bewohnern auch für Unbehagen. Vanessa Bosch aus Merzalben berichtet von der Belastung für ihre Kinder, die schreckliche Angst hätten, was auch bei ihr selbst ein mulmiges Gefühl auslöse. In Kaiserslautern empfindet Anwohner Jan die zusätzlichen Flüge schlicht als nervig, da die Region durch den regulären Flugverkehr bereits belastet sei. Michael Huster ergänzt dazu, dass ihn vor allem die zugenommenen Nachtflüge zur Air Base Ramstein stören würden.
Bundeswehr-Übung: Oberbürgermeister Wosnitza zieht positive Bilanz
Laut Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) gab es weder beim Ordnungsamt noch bei der Bürgerinformation in Zweibrücken Beschwerden. Er bewertet das Feedback der Bevölkerung als überwiegend positiv, da die Notwendigkeit solcher Übungen gesehen werde. Zudem unterstreiche das Manöver die logistische Stärke des Flugplatzes. Die gute Zusammenarbeit mit der Bundeswehr zeige laut Geschäftsführung des Flughafens sogar Potenzial für künftig umfangreichere Übungen auf – ein Impuls, der bei vielen Bürgern den Wunsch nach einer dauerhaften Reaktivierung des Standorts wecke.