"Die Fans mit Behinderungen schauen immer zu, wenn die West eine Riesenchoreographie macht. Da werden die Handys gezückt und die bestaunen das. Wir wollen einfach ein Zeichen setzen, dass die Leute das auch bewältigen können, wenn auch in kleinerem Umfang", sagt Nicole Leppert zur Choreographie der Rollifahrer im Fritz Walter-Stadion - beim Heimspiel des FCK gegen Darmstadt.
Ehemaliger FCK-Präsident wird von Rollifahrern verehrt
Leppert ist die Vorsitzende des FCK-Fanclubs Nobbys Teufel, einem Club für beeinträchtige FCK-Fans. Dessen Mitglieder lieben natürlich den FCK, aber dessen ehemaligen Präsidenten, Norbert Thines, verehren sie. Und der wäre am 19. August 85 Jahre alt geworden. "Was gibt es für einen besseren Anlass, als den 85. Geburtstag von Norbert Thines?!", sagt Nicole Leppert. "Denn Thines war unser Held." Er habe unter anderem die ersten Rolliplätze im Stadion eingeführt.
Norbert Thines hat sich ganz viel für Menschen eingesetzt, die einfach nicht das Glück haben und nicht immer alles so machen können, wie sie gerne würden. Und das ist unfassbar toll.
Nicole Leppert sitzt selbst seit fünf Jahren im Rollstuhl, vor fast einem Jahr hat sie gemeinsam mit ihrem Mann den Fanclub Nobbys Teufel gegründet. Das Ziel: den Zusammenhalt unter den beeinträchtigten Fans fördern. Viele würden sich alleine oft nicht trauen, Dinge anzupacken. "Das ist oft die Scheu, auf andere zuzugehen", erklärt Nicole Leppert. Da sie aber in der gleichen Lage sei, könne sie die Ängste mancher Fans verstehen.
Erste Choreographie eines Fanclubs von beeinträchtigten Menschen
Und darum jetzt die erste eigene Choreo. Für den Zusammenhalt und auch für die Sichtbarkeit der Rollifahrer. "Denn", so sagt Nicole Leppert, "wir alle wollen doch das Gleiche." Und das sei der FCK. "Ich glaube, wir sind der erste `Behindertenfanclub´, der eine Choreo in völliger Eigenregie durchführt", lacht Nicole Leppert. 200 Fahnen in rot und weiß hat sie dafür geordert. Außerdem ein zwei mal zehn Meter großes Banner. Zu sehen gab es das beim FCK-Spiel gegen Darmstadt auf dem Betze dann alles vor der Südtribüne.
Vorfreude auf das FCK-Spiel mit eigener Choreo auf dem Betze war riesig
Nicole Leppert ist stolz, dass es mit der Choreographie im Fritz Walter-Stadion geklappt hat. Mehr als 400 Euro hat alles gekostet, finanziert aus Spenden. "Ich bin mit einer Spendenbüchse im Stadion unterwegs gewesen und habe Geld gesammelt", erzählt die 52-Jährige. Die beeinträchtigten Fans hatten sich schon alle riesig auf den Sonntag gefreut, sagt Leppert. "Die Augen von vielen haben so geleuchtet. Auch von denen, die sich nicht so mit einem unterhalten können. Das ist der beste Dank!"