Wer an diesen heißen Tagen in den Zoo Kaiserslautern kommt, der hört nicht viel von den Tieren und viel Bewegung ist da auch nicht zu sehen. Kurz nach dem Eingang zum Zoo im Stadtteil Siegelbach steht eine große Vogelvoliere. Normalerweise toben hier bunte Papageien lautstark herum. Doch jetzt, bei um die 30 Grad, entspannen die Vögel lieber und hängen auf Ästen ab.
Genauso gechillt ist es auch in anderen Gehegen. Die australischen Kängurus liegen entspannt im Schatten auf dem Boden. Und auch in der Savannenlandschaft, wo Tiere aus Afrika leben, herrscht große Entspannung. Zebras, Antilopen und Strauße ruhen überwiegend in ihren Hütten oder unter Bäumen im Schatten.
Zoo Kaiserslautern: Tiere suchen schattige Plätze bei Hitze
"Wir haben hier im Zoo Kaiserslautern viele Bäume. So gibt es in jedem Gehege sonnige und schattige Plätze für die Tiere", sagt die leitende Tierpflegerin Jessica Ankner. So können sie selbst entscheiden, wo es ihnen am besten gefällt. Wenn es ihnen zu heiß wird, sorgen auch viele Tiere von Natur aus für Abkühlung, erklärt die Tierpflegerin.
"Strauße lüften ihre Flügel und Federn, um alles zu belüften. Und der Oberschenkel beim Strauß hat auch gar keine Federn, damit dort die Luft zirkulieren kann." Außerdem, sagt Ankner, buddeln Erdmännchen zum Beispiel Tunnel und Höhlen, in die sie sich zurückziehen können. Oder Zebramangusten graben Mulden in den Boden, um sich dann in den tieferen Erdschichten abzukühlen.
Tierpfleger sorgen im Zoo Kaiserslautern für Abkühlung
In jedem Gehege gibt es für die Tiere auch ausreichend Wasserstellen zum Trinken. Erfrischung gibt es zusätzlich durch Badebecken und Wassersprenger, die aufgestellt werden. Und nicht nur Menschen essen im Sommer gerne Eis, auch die Tiere im Lauterer Zoo. Sie bekommen spezielle Eisbomben gebastelt. Aus Futter und Wasser, das eingefroren wird.
Tierstation Maßweiler bietet Pools und Eis für Tiere
Solche Eisbomben werden im Sommer auch immer wieder in der Tierauffangstation in Maßweiler in der Südwestpfalz serviert. Denn auch dort schwitzen die Tiere. Manche mehr, manche weniger, sagt Eva Lindenschmidt, stellvertretende Leiterin der Auffangstation. "Besonders zu schaffen macht die Hitze den Tieren, die ursprünglich aus der Pelzindustrie kommen. Polar- und Silberfüchse beispielsweise. Die sind durch die Züchtung und von Natur aus dick angezogen."
Die haben also sehr viel Fell. Beim Polarfuchs hält das Temperaturen von bis zu Minus 70 Grad aus, erklärt Lindenschmidt. Deshalb sind die kein Fan von Hitze. Aber sie bekommen in Maßweiler Abkühlung. Die Gehege der Füchse liegen im Schatten und die Tiere können sich in die unterirdischen Bunker der Anlage zurückziehen. Da ist es schön kühl, so Lindenschmidt, zwischen 12 und 14 Grad.
Ansonsten können sich viele Tiere mit Wasser abkühlen. Die Waschbären und die Tiger zum Beispiel in ihren Wasserbecken oder in Bachläufen im Gehege. Gerade die Tiger gehen gerne ins Wasser und schwimmen unheimlich gerne, um sich abzukühlen, sagt Eva Lindenschmidt.
Mehrmals am Tag frisches Wasser für die Tiere im Wildpark Potzberg
Das Wasser wird so warm, da könnte man Nudeln drin kochen.
Wasser ist auch ein ganz großes Thema im Wildpark & Greifvogelzoo Potzberg im Kreis Kusel. Da schwitzt Chef Harald Schauß nach eigenen Angaben ordentlich. Denn er ist den ganzen Tag unterwegs, um den Tieren alle paar Stunden frisches Wasser anzubieten. "Ich bin am Wasser geben, Wasser geben, Wasser geben. Das Wasser wird so warm, da könnte man Nudeln drin kochen." Deshalb muss mehrmals am Tag frisches Wasser her. Denn die Tiere trinken viel, um sich zu erfrischen.
Dann haben die Tiere auch noch die Möglichkeit sich in sogenannten Suhlen in ihren Gehegen abzukühlen. Das sind große Pfützen, da kommt auch immer wieder frisches Wasser rein. Die Tiere kühlen sich darin ab und danach machen sie ein Schlammbad. Das schützt vor Insekten.
Gefüttert wird an heißen Tagen im Wildpark oft spät abends, erklärt Schauß. Wenn die Temperaturen etwas runtergegangen sind. Vor allem wichtig sei das bei den Fleischfressern. "Bei Hitze bläht das Fleisch schnell auf, bei Greifvögeln kann Fleisch im Kropf gären und das Fleisch zieht etliche Fliegen an."
Grundsätzlich hat sein Tierpark laut Harald Schauß auf dem Potzberg zwei große Vorteile bei Hitze: viel Schatten durch Bäume und Wind. "Wir haben viel Wald hier, es ist kühl, die Tiere können sich zurückziehen. Und es weht auf dem Potzberg immer ein Windchen."