Emotionaler Abschied von Marius Dick

Hunderte Menschen erweisen getötetem Studenten aus Landstuhl letzte Ehre

Hunderte Menschen haben in Landstuhl Abschied von Marius Dick genommen. Eltern, Freunde und Wegbegleiter erinnerten an den 22-Jährigen mit bewegenden Worten und einem Appell.

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Von Autor/in Alexandra Dietz

Es war ein stiller, würdevoller und zugleich zutiefst bewegender Abschied. Rund 500 Menschen kamen am Samstag in der katholischen Kirche St. Markus in Landstuhl-Atzel zusammen, um Marius Dick die letzte Ehre zu erweisen. Der 22-jährige Student war vor einer Woche nach einem Messerangriff in Trier gestorben.

Der bei einem Messerangriff getötete Student Marius Dick wird in Landstuhl beigesetzt

Vor dem Altar standen seine blaue Urne, ein großes Portrait und ein Engel. Kerzen und ein Herz aus weißen Blüten erinnerten an einen jungen Mann, dessen Tod viele sprachlos macht.

Trauerrede am Ruhehain: "Die Tat darf nicht das Letzte sein, woran wir denken"

In der Trauerrede wurde dazu aufgerufen, Marius nicht auf die Umstände seines Todes zu reduzieren. "Die Tat darf nicht das Letzte sein, woran wir denken, wenn wir an Marius denken. Es ist all das Schöne, das er hinterlässt - sein Lachen, seine Umarmungen, die Erinnerungen", sagte Trauerrednerin und Freundin der Familie Karin Hahn. Marius sei Sohn, Bruder, Freund und Wegbegleiter gewesen - ein Mensch mit Träumen.

Mehrere hundert Menschen haben den Abschied von Marius Dick am Ruhehain auf dem Friedhof Landstuhl im Halbkreis verfolgt.
"Liebevolle Umarmung": Mehrere hundert Menschen haben die Zeremonie am Ruhehain auf dem Friedhof Landstuhl im Halbkreis verfolgt.

Den Hinterbliebenen sprach sie Mut zu: "Den Schmerz kann euch niemand nehmen. Aber tragen müsst ihr ihn nicht allein." Und mit Blick auf die vielen Trauergäste hieß es: "Liebe ist immer stärker als der Tod." Solange Menschen von Marius erzählten, an ihn dächten und über gemeinsame Erlebnisse lächelten, werde er weiterleben.

Bester Freund von Marius Dick: "Die Welt ist ohne Dich ein Stück schlechter geworden"

Besonders bewegend waren die Worte des besten Freundes Leonardo. Er sagte: "Ich würde gern allumfassende heilende Worte sagen. Leider finde ich die nicht." Niemand sei auf diesen Abschied vorbereitet gewesen. "Marius war einer der außergewöhnlichsten Menschen, die ich kannte - ein absolutes Unikat", erzählt der junge Mann mit ruhiger Stimme. Marius' größte Stärke sei gewesen, Gedanken zu teilen und anderen ehrlich zu begegnen. "Sein Tod ist nicht nur ein Verlust für Familie und Freunde, sondern auch ein großer Verlust für die Gesellschaft. Ihn zu verlieren hat die Welt ein Stück schlechter gemacht." Marius' Geschichten und Erinnerungen an den Verstorbenen wolle er eines Tages seinen Enkeln erzählen. Zum Abschied sagte er: "Mach’s gut, mein Freund. Ich werde Dich niemals vergessen."

Vater Thomas Dick richtet erneut Appell an Politik und Gesellschaft

Nach der Totenmesse wandte sich Marius’ Vater Thomas Dick noch einmal direkt an die Trauergäste. Sichtlich bewegt bedankte er sich für die große Anteilnahme. "Danke für die Unterstützung und dass ihr hier seid." Die vielen Umarmungen und die Hilfe aus der Bevölkerung hätten der Familie Kraft gegeben, diesen schwersten Tag ihres Lebens zu überstehen.

Die Eltern des getöteten Studenten Marius: Thomas und Elke Dick sprechen offen über Trauer und Wut.
Thomas und Elke Dick aus Landstuhl im Gespräch mit dem SWR. Die Eltern des getöteten Studenten Marius sprechen offen über Wut, Trauer und Hoffnung.

Gleichzeitig richtete er einen eindringlichen Appell an Politik und Gesellschaft: "Vielleicht können wir etwas bewegen. Tut etwas, damit diese Gräueltaten enden." Bereits zuvor hatte er betont, Marius’ Tod dürfe nicht sinnlos gewesen sein und müsse Anlass sein, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen, um Gewalt zu verhindern - parteiübergreifend.

Flieg hoch, Marius! Ein letzter musikalischer Abschied

Schon vor Beginn des Gottesdienstes sorgte der Song "Ich trag Dich weiter" der Band Herzen für Tränen unter den Trauergästen. Zum Abschluss erklang "Au Revoir" von Mark Forster – mit den Zeilen "Es wird nichts so sein, wie es war." Danach wurde Marius im Ruhehain des Landstuhler Friedhofs beigesetzt.

Abschied in Landstuhl von Marius Dick, der Student wurde bei einem Messerangriff getötet.

Zum Abschied blieb ein letzter Wunsch, den viele fühlten: "Flieg hoch, Marius!" In der Hoffnung, dass sein Name und seine Geschichten in den Herzen seiner Familie, seiner Freunde und vieler Menschen weiterleben werden.

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Autor/in
Alexandra Dietz
SWR-Reporterin Alexandra Dietz aus dem Studio in Kaiserslautern.

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