Es ist ein Großprojekt, das die Bundeswehr mitten im Wald im Donnersbergkreis plant. Ende 2010 hatte sie sich von dort verabschiedet, hatte Munitionslager und einen Tagungsbereich aufgegeben. Seit Jahren steht fest: Sie will das Munitionslager aber wieder in Betrieb nehmen. Der Grund: die "politische Situation", so die Bundeswehr. Es gebe einen dringenden Bedarf an Lagerflächen für Munition.
Klar war, dass ein Gelände, das mittlerweile 16 Jahre leer steht, nicht einfach so wieder bezogen werden kann. An den Gebäuden hat längst der Zahn der Zeit genagt. Was die Bundeswehr bei Kriegsfeld plant, das ist nun in zahlreichen Unterlagen zu lesen, die noch bis zum 13. März öffentlich angesehen werden können - online und in gedruckter Form in der Verbandsgemeindeverwaltung in Kirchheimbolanden.
Bundeswehr will neue Gebäude in Munitionslager bauen
Ein Beispiel: Es sollen mehr als 50 Hektar Bäume und Sträucher gerodet werden. Das sind rund 75 Fußballfelder. Der Grund: Auf dem Gelände sollen einige neue Gebäude gebaut werden. Zum Beispiel für die Verwaltung oder um Material zu verpacken.
In den Unterlagen steht, dass die Bundeswehr auf dem Gelände bei Kriegsfeld Munition und verschiedene weitere Materialien lagern will. Außerdem soll an den mehr als 150 Bunkern, die auf dem Gelände stehen, einiges gemacht werden. Auf dem Gelände müssen auch Straßen neu gebaut oder saniert werden. Die Rodungsarbeiten sollen im nächsten Jahr starten. Zuletzt hatte die Bundeswehr angekündigt, dass sie aber schon grundsätzlich Ende dieses Jahres mit den Bauarbeiten starten will.
Vögel und Fledermäuse von Rodung am Donnersberg betroffen
Von den Bauarbeiten betroffen sind laut den Unterlagen auch viele Tiere - zum Beispiel mehr als 50 Vogelarten, Fledermäuse oder Eidechsen. Einige der Tiere sollen umgesiedelt werden. Außerdem sollen 90 so genannte Vogelnistkästen auf dem Gelände montiert werden. Zudem soll es auf dem Gelände eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 Stundenkilometern geben - aus Lärmschutzgründen, aber auch aus Sicherheitsgründen für die Tiere, heißt es in den Unterlagen.
Bundeswehr will über 200 Millionen Euro bei Kriegsfeld investieren
Die Kosten für das Munitionslager bei Kriegsfeld sind im Laufe der Planungen immer wieder gestiegen. Rund 250 Millionen Euro hatte die Bundeswehr hier zuletzt genannt. Wie viele Menschen künftig im Munitionsdepot arbeiten werden, wollte die Bundeswehr nicht mitteilen. "Zur Wahrung der militärischen Sicherheit", heiß es.
Anfangs war mal von acht militärischen Dienstposten sowie 80 zivilen Stellen die Rede. In den nun veröffentlichten Unterlagen werden Regelarbeitszeiten unter der Woche von sechs bis 22 Uhr angegeben. "Unabhängig davon erfolgt eine durchgehende Bewachung über 24 Stunden und sieben Tage die Woche", heißt es. In den Planungen ist auch ein Hundeausbildungsplatz vorgesehen.