Weiterhin ungeklärte Fragen

Nach überraschendem Führungswechsel: Neuer Kommandeur in Zweibrücken will Aufklärung

Ein neuer Kommandeur hat in der Kaserne Zweibrücken sein Amt angetreten. Sein Vorgänger hinterlässt ihm Ermittlungen gegen mehrere Soldaten und Gerüchte zum Amtswechsel.

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Von Autor/in Friederike Pick

Die Verhältnisse seien derzeit "verworren", Transparenz sei deshalb wichtig. Mit diesen Worten beginnt Martin Holle, um sich in seiner neuen Rolle vorzustellen. Anfang Oktober hat er das Kommando im Fallschirmjägerregiment in Zweibrücken übernommen. Und das nicht ohne Altlasten: Die schweren Vorwürfe gegen mehrere Mitglieder der Fallschirmjäger stehen nach wie vor ungeklärt im Raum. Unter anderem ist von Drogenmissbrauch und sexuellen Übergriffen die Rede.

Neuer Kommandeur in Zweibrücken setzt auf Aufklärung

"Die Ermittlungen müssen schnellstmöglich zu Ende gebracht werden", sagt der neue Kommandeur. Das passiert derzeit über gleich zwei Wege: intern bei der Bundeswehr und zudem von der Staatsanwaltschaft Zweibrücken. Der bisherige Stand: "Es gab definitiv einige Vergehen", so Holle. Wie viele Personen betroffen sind und ob es auch zu Anklagen vor Gericht komme, dazu schweigt der Kommandeur. Eine SWR-Anfrage an die Staatsanwaltschaft dazu blieb bisher unbeantwortet.

Bereits jetzt würden die Soldatinnen und Soldaten regelmäßig zu Themen wie Drogen oder Rassismus aufgeklärt. Das möchte der neue Kommandoführer Holle noch intensivieren. Zugleich schließt er nicht aus, dass sich solche Vergehen wiederholen könnten.

Die Bundeswehr ist ein Spiegel der Gesellschaft. Daher muss man damit rechnen, dass die Probleme der Gesellschaft auch in den Kasernen auftreten.

Verteidigungsministerium diskutiert Kommandowechsel in Zweibrücken

Noch ein weiteres Thema der Vergangenheit begleitet den neuen Kommandeur in Zweibrücken derzeit. Dass sein Vorgänger, Oberst Oliver Henkel, versetzt wurde, kam für viele überraschend. Die Bundeswehr dementiert, dass der Personalwechsel mit den laufenden Ermittlungen zusammenhängt. Das Anliegen wurde bis zur obersten Instanz, dem Verteidigungsministerium, getragen. Dort hieß es, der Wechsel sei lange geplant gewesen.

In diese Argumentation reiht sich auch Holle ein: "Die reguläre Amtszeit für Kommandeure beträgt drei Jahre", sagt er. Sein Vorgänger sei sogar etwas mehr als drei Jahre in Zweibrücken gewesen. Er selbst habe rund vier Wochen vor seinem Amtsantritt davon erfahren. Seine vorherige Position, eine Leitungsstelle in Brandenburg, sei noch nicht nachbesetzt.

Räume der Kaserne Zweibrücken in schlechtem Zustand

Für ihn persönlich sei die Stelle jedenfalls eine "glückliche Fügung". Denn sie ist eine Rückkehr in die Heimat - Holle stammt aus dem Saarland, seine Frau und zwei gemeinsame Kinder wohnen dort. In seiner Amtszeit möchte sich der Kommandeur unter anderem der Infrastruktur der Kaserne widmen. Einige Gebäude seien in einem schlechten Zustand.

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