Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 72-Jährige seine Stiefenkelin nicht nur dreimal sexuell missbraucht, sondern auch einmal vergewaltigt hat. Dafür muss der Mann jetzt für drei Jahre und zwei Monate ins Gefängnis. Das Urteil ist rechtskräftig.
Der Mann kommt, ebenso wie sein Opfer, aus Weilerbach im Kreis Kaiserslautern. Dort hat er zwischen Januar 2021 und Juni 2022 seine Stiefenkeltochter zunächst missbraucht, später dann auch vergewaltigt.
Senior hat 12-jähriges Mädchen vergewaltigt
Das Mädchen war zum Zeitpunkt der Taten zuerst zehn, später dann zwölf Jahre alt. Alle vier Taten haben sich der Staatsanwaltschaft zufolge im Haus des Angeklagten in Weilerbach ereignet. Der Mann soll das Kind im Juni 2022 zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Dabei habe er dem Mädchen den Hals zugedrückt und versucht, ihr einen Zungenkuss zu geben.
Mädchen bat Stief-Großvater es in Ruhe zu lassen
Obwohl das Kind ihn gebeten habe aufzuhören, sei es letztendlich zum Geschlechtsverkehr gekommen, so die Staatsanwaltschaft. Bereits vorher - zwischen Januar 2021 und Frühling 2022 - habe der Missbrauch stattgefunden. Auch da habe das Mädchen den 72-Jährigen jedes Mal aufgefordert, sie in Ruhe zu lassen.
Angeklagter aus Weilerbach widerspricht sich vor Gericht
Vor Gericht widersprach sich der Angeklagte immer wieder selbst. Zunächst gab er die drei Missbrauchsfälle zu und stritt nur die Vergewaltigung ab. Später hat er alle Vorwürfe abgestritten, ehe er den Missbrauch dann erneut zugab. Der Mann sagte, er sei schuldig und wisse nicht, warum er so gehandelt habe.
Der 72-jährige Angeklagte spricht kaum Deutsch und machte vor Gericht seine Aussagen auf Russisch. Diese wurden von einer Dolmetscherin übersetzt. Er ist 2004 von Russland nach Deutschland gekommen und hat bis 2019 in einer Wäscherei in Ramstein gearbeitet.