Die Sorgen der Kaiserslauterer vor einer Totalsperrung der Strecke Ludwigshafen-Saarbrücken und des Hauptbahnhofs hat die Deutsche Bahn bislang nicht zerstreut. Auf SWR-Anfrage äußert sich eine Bahnsprecherin so: "Die Korridorsanierung in Totalsperrung ermöglicht eine hohe Baueffizenz und führt so über einen Mehrjahreszeitraum strukturell zu weniger Auswirkungen für die Fahrgäste".
Außerdem: "Aufgrund der Lage, teilweise im Pfälzer Wald, sind die Arbeiten insbesondere im Hinblick auf Bauabläufe und Baustellenlogistik außerordentlich komplex." Die DB-Sprecherin sichert Fahrgästen "einen hochwertigen Ersatzverkehr" zu. In "engem Austausch" mit den Kommunen wie auch dem Zweckverband wolle die Bahn nun ein Verkehrskonzept erstellen.
Pläne der Bahn sorgen für Kritik aus Kaiserslautern
Die Pläne der Deutschen Bahn für die Sanierung der Schienen zwischen Ludwigshafen und Saarbrücken bereiten vielen Westpfälzern Kopfzerbrechen. An die 40.000 Menschen kommen laut der Stadt jeden Tag zum Arbeiten nach Kaiserslautern, viele davon mit der Bahn. Auch tausende Lautrer Pendler sind auf den Hauptbahnhof angewiesen – ebenso Schulkinder, Studierende oder Fußballfans, die zu den FCK-Heimspielen anreisen wollen.
Und doch steht jetzt die Sperrung des Bahnhofs und der gesamten Ost-West-Bahnstrecke bis zur französischen Grenze im Raum. "Die Pläne der Deutschen Bahn, die Strecke komplett zu sperren von Ludwigshafen nach Saarbrücken, bereiten uns sehr große Sorgen", sagt Michael Heilmann, Direktor des Zweckverbands ÖPNV Rheinland-Pfalz Süd.
DB will Bahnstrecke von Ludwigshafen nach Saarbrücken sanieren
Diese Pläne der Bahntochter DB InfraGo sehen eine sogenannte "Generalsanierung" vor. Im Zuge dieser Arbeiten soll laut dem Zweckverband ÖPNV die Strecke zeitweise voll gesperrt werden: im Herbst 2028 für acht Wochen sowie vom 22. Juni bis 7. Dezember 2029.
Inakzeptabel für den Lauterer Stadtrat, der sich jetzt mit einer einstimmig beschlossenen Resolution an die DB InfraGo und ans Bundesverkehrsministerium wendet. "Bleibt es bei diesen Planungen, wären die Stadt Kaiserslautern und die Westpfalz insgesamt knapp acht Monate vom Schienenverkehr auf dieser wichtigen Ost-West-Achse abgehängt", heißt es darin.
Die Kernforderung: Die über 130 Kilometer lange Strecke soll nicht als Ganzes, sondern "in sinnvollen Abschnitten" erneuert werden. Vollsperrungen sollten auf ein Mindestmaß begrenzt werden und die Nebenstrecken den Hauptbahnhof Kaiserslautern weiterhin anfahren können. Dazu zählen Züge aus Richtung Pirmasens, Kusel, der Alsenzbahn und der Lautertalbahn.
Der Ball liegt jetzt bei der DB InfraGo.
Die Forderungen hatte die Lauterer Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Zweckverband ÖPNV Rheinland-Pfalz Süd ausgearbeitet. Dieser steht bereits seit Jahren mit der Bahntochter im Austausch, um die Belastungen für Pendler durch die Bauarbeiten gering zu halten.
Zweckverband kritisiert lange Sperrung des Bahnhofs in Kaiserslautern
"Wir haben Vorschläge gemacht, wie aus unsere Sicht sinnvolle Bauabschnitte aussehen könnten", sagt Heilmann vom Zweckverband. "Der Ball liegt jetzt bei der DB InfraGo, diese Vorschläge zu prüfen."
Über Monate einen Schienenersatzverkehr mit Bussen zu organisieren, sei bei den Mengen an Fahrgästen "sehr schwer leistbar". Viele Fahrgäste könnten dem ÖPNV langfristig den Rücken kehren, so die Befürchtung beim Zweckverband.