Psychische Belastungen

Telefonseelsorge Pfalz will mehr über Suizidgedanken sprechen

Menschen sollten mit ihren dunklen Gedanken nicht allein gelassen werden, finden Mitarbeitende der Telefonseelsorge in Kaiserslautern. Sie wollen mehr darüber reden.

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Von Autor/in Friederike Pick

In ungefähr jedem dritten Chat werden suizidale Gedanken geäußert. Das schätzt die ehrenamtliche Mitarbeiterin Andrea* der Telefonseelsorge Pfalz, die dort regelmäßig Chatnachrichten beantwortet. Vor allem junge Menschen meldeten sich lieber online statt am Telefon. "Das ist manchmal schon heftig", sagt Andrea*.

Suizid noch immer Tabu-Thema

Astrid Martin, Leiterin der Telefonseelsorge Pfalz, stimmt diesem Eindruck zu. Auch sie nimmt Anrufe und Nachrichten von Menschen entgegen, die sich Hilfe suchen. "Selbstverletzungen oder Selbstmordgedanken sind ein typisches Thema in der Pubertät", sagt Martin.

Das Thema Suizidalität ist Teil unserer Gesellschaft.

Das ist die eine Erklärung. Grundsätzlich sei das Thema Suizid aber noch immer eines, über das nicht offen gesprochen werde. Das möchte die Leiterin der Telefonseelsorge ändern. "Das Thema Suizidalität ist Teil unserer Gesellschaft." Sehr viele Menschen hätten solche dunklen Gedanken. Martin glaubt: "Je mehr darüber geredet wird, desto mehr Menschen können wir vielleicht davor bewahren, diesen Schritt zu gehen."

Telefonseelsorger aus Kaiserslautern hören zu

Ganz konkret will Martin dem Thema deshalb im kommenden Jahr erneut eine eigene Veranstaltung widmen. Im Jahr 2025 hatte die Telefonseelsorge Pfalz am Weltsuizidpräventionstag dazu Vorträge von verschiedenen Einrichtungen und Initiativen organisiert.

Außerdem helfe die tägliche Arbeit der ehrenamtlichen Mitarbeitenden. "Die Menschen brauchen jemanden oder etwas, das diese dunklen Gedanken durchbricht", sagt Astrid Martin. "Da sein", ergänzt ihre Kollegin Andrea*. "Und zuhören." Das sei ihr Auftrag als Telefonseelsorgerin. Ratschläge gebe sie nicht, aber sie stelle Fragen: "Was tut Ihnen gut? Wer könnte helfen? Was kann man selbst tun?"

Anzahl der Anrufe 2025 gestiegen

Die Telefonseelsorge Pfalz ist rund um die Uhr zu erreichen. Rund 80 Ehrenamtliche arbeiten aktuell in Kaiserslautern, um das zu ermöglichen. Aber: "Wir sind immer am Limit", berichtet die Leiterin Astrid Martin. "Wir legen auf und haben direkt den nächsten Anrufer in der Leitung."

Die Anzahl an Anrufen im Jahr 2025 sei im Vergleich zum Vorjahr angestiegen - um rund 500 Anrufe. Das liege allerdings daran, dass 12 neue Seelsorger mit ihrer Ausbildung fertig geworden wären und somit mehr Anrufe entgegengenommen werden konnten. Im Februar 2026 startet eine neue Ausbildungsrunde.

*Die Mitarbeiterin der Telefonseelsorge Pfalz möchte anonym bleiben. Der Name ist frei erfunden.

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