- Wie viele Wölfe sind im Moment in der Westpfalz unterwegs?
- Könnten mehr Wölfe dazukommen?
- Könnte der Wolf sein Revier wechseln?
- Ist der Wolf im Landkreis Kusel gefährlich?
- Wie viele Tiere wurden zuletzt von dem Wolf im Kreis Kusel gerissen?
- Was können Tierhalter tun?
Wie viele Wölfe sind im Moment in der Westpfalz unterwegs?
Derzeit ist ein einzelner Wolfsrüde in der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan bekannt. Er konnte anhand von Fotos und Speichelproben an gerissenen Tieren nachgewiesen werden. "Von einem Rudel oder einem Paar in der Region ist nichts bekannt", teilte Julian Sandrini vom Koordinationszentrum für Luchs und Wolf (KLUWO) mit. Es sei aber grundsätzlich möglich, dass weitere Wölfe unentdeckt unterwegs sind. In Rheinland-Pfalz sind derzeit insgesamt vier Territorien bekannt - so geht es aus der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) hervor.
Könnten mehr Wölfe dazukommen?
Das sei nicht absehbar, sagte Sandrini. Aber: "Die Anzahl von Wolfsansiedlungen ist begrenzt, da Wölfe ein sehr großes Territorium beanspruchen." Ein Wolfsrudel duldet in seinem Revier kein zweites Rudel. Grundsätzlich nimmt die Anzahl an Wölfen in Deutschland aber zu. Seit den 1990er-Jahren siedeln sich immer mehr Wölfe an.
Könnte der Wolf sein Revier wechseln?
"Wölfe sind grundsätzlich ortstreu, sofern sie sich einmal etabliert haben", teilte Julian Sandrini vom KLUWO mit. Wenn ein Wolf allerdings keinen Paarungspartner habe, könne es sein, dass er während der Paarungszeit auch Exkursionen außerhalb seines Reviers unternehme.
Ist der Wolf im Landkreis Kusel gefährlich?
"Eine Gefahr für Menschen durch diesen einzelnen Wolf sehe ich nicht", sagte Gabi Kleinhempel vom Forstamt Kusel. So teilte es auch das KLUWO mit: "Grundsätzlich zeigen Wölfe kein Interesse an Interaktionen mit Menschen." Anders ist das bei manchen Tieren: "Tierhalterinnen und Tierhalter von Schafen, Ziegen und landwirtschaftlichem Gehegewild ist zu empfehlen, zeitnah wolfsabweisende Schutzmaßnahmen zu ergreifen", erklärte Sandrini vom KLUWO - zum Beispiel ein Elektrozaun. Denn hauptsächlich diese Tiergruppen seien zuletzt von Wolfsübergriffen betroffen gewesen.
Der Wolf selbst gilt in Deutschland als gefährdete Art und darf deshalb nicht gejagt werden. Laut Informationen des Umweltministeriums Rheinland-Pfalz trägt der Wolf zum ökologischen Gleichgewicht in Deutschland bei. Mit seiner Rückkehr verändere sich das Verhalten der Wildbestände. "Sie bewegen sich mehr, fressen weniger und werden scheuer, was übermäßigen Wildverbiss und Schäden an der Vegetation reduziert." Dadurch werde die natürliche Waldverjüngung gefördert, Böden würden vor Erosion geschützt und Lebensräume für andere Arten geschaffen.
Debatte um Tier im Schwarzwald Abschuss von Wolf: Tierschützer wollen weiter klagen - doch ist das möglich?
Die Jäger sind schon unterwegs, doch die Naturschutzinitiative kämpft weiter dafür, dass der Hornisgrinde-Wolf nicht erschossen wird: Sie will bis vor das Bundesverwaltungsgericht ziehen.
Wie viele Tiere wurden zuletzt von dem Wolf im Kreis Kusel gerissen?
Nach Informationen des KLUWO hat der Wolfsrüde im Landkreis Kusel in diesem Jahr Damwild angegriffen. Im Januar wurden zwei tote Tiere in Lauterecken-Wolfstein gefunden. Eine Speichelprobe belegt, dass der bekannte Wolf der Angreifer war. Wenige Tage zuvor war auch ein totes Schaf im Bereich Kusel-Altenglan gefunden worden. Hier liegt dem KLUWO allerdings noch kein Nachweis vor, dass es sich um denselben Angreifer handelt.
Im vergangenen Jahr hat das KLUWO weitere Angriffe durch den Wolfsrüden nachgewiesen: Im November und Dezember hat der Rüde ingesamt neun Tiere im Landkreis Kusel getötet und drei weitere verletzt, darunter Schafe und Ziegen. Davor tauchte derselbe Wolfe in anderen Landkreisen auf - allein im März 2025 tötete er 13 Tiere im Landkreis Birkenfeld.
Was können Tierhalter tun?
In den bekannten Wolfsregionen bekommen Weidetierhalter finanzielle Unterstützung vom Land. Damit können sie sich zum Beispiel einen Elektrozaun kaufen, um ihre Tiere besser vor Wölfen zu schützen. Das KLUWO empfiehlt allerdings auch traditionelle Methoden, zum Beispiel einen Hirten- oder Herdenschutzhund, der aufpasst. Auch sollten die Weidetiere über Nacht in einen Stall gebracht werden.
Hundebesitzer sollten ihren Hund zur Sicherheit an der Leine führen, wenn sie in einem Wolfsrevier unterwegs sind. So empfiehlt es das Umweltministerium. "Wölfe können Hunde als Eindringlinge in ihr Revier ansehen." Wenn sich der Hund allerdings an der Leine befinde, könnten potentielle Revierstreitigkeiten vermieden werden.