Nach jahrelangem Leerstand 

Häuschen für Flüchtlinge in Zweibrücken werden abgebaut

Das Ende eines millionenschweren Missverständnisses: Die Flüchtlingshäuschen auf dem Flughafen Zweibrücken kommen weg - nachdem sie seit Jahren leer stehen.

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Von Autor/in Jürgen Rademacher

Wie die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) mitteilte, werden ab Mitte Mai vorbereitende Arbeiten an den Flüchtlingshäuschen durchgeführt. Zum Beispiel die Dächer abgebaut und die Elektroleitungen abgeklemmt. Das soll rund vier Wochen dauern. Schließlich werden die Häuschen einzeln auf Lkw verladen und an ihre Bestimmungsorte gebracht.

Sie werden auf vier Standorte der Bundespolizei verteilt - in Eschwege, Frankfurt, Rotenburg/Fulda und Rosenheim. Dort sollen sie als Lagerräume genutzt werden. Der ganze Umzug kostet nach Angaben der BIMA rund 1,2 Millionen Euro, die der Bund übernimmt. Ende August soll alles abgeschlossen sein.

Flüchtlingshäuschen in Zweibrücken wurden nur kurz genutzt

Das sind nicht die ersten Millionenkosten, die die Häuschen verursachen. 2016 hatte das Land die 40 Doppelhäuser mit 80 Wohneinheiten für über zwei Millionen Euro angeschafft, damit dort Flüchtlinge aus Syrien untergebracht werden sollten. Die lebten aber nur kurz dort. Es kamen weniger Geflüchtete als erwartet, die Häuser wurden nach kurzer Zeit nicht mehr gebraucht. 2018 wurden sie der Bundespolizei "geschenkt".

Kritik vom Bund der Steuerzahler

Trotzdem gammelten die Häuser auf dem Flugplatz Zweibrücken vor sich hin, denn der Transport musste erst europaweit ausgeschrieben werden. Und so zahlte die BIMA weiterhin Miete für das Gelände. Im Laufe der Jahre kamen auf diese Weise nochmal rund 1,3 Millionen Euro Nebenkosten zustande. Ein Umstand, der den Flüchtlingshäuschen auf dem Zweibrücker Flughafen sogar einen Eintrag ins Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes wegen Steuerverschwendung eingebracht hatte.

Häuschen für Flüchtlinge in Zweibrücken werden abgebaut - am Haus wächst meterhoch das Unkraut
Die Häuschen haben jahrelang vor sich hin gegammelt.

Der Zweibrücker Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) hatte immer wieder eine schnelle Lösung des Problems mit den Flüchtlingshäuschen gefordert. Die Häuschen seien ein Hemmschuh, sollte sich auf dem Gelände eine Firma ansiedeln wollen. Ob es konkrete Interessenten für die Fläche gibt, ist allerdings nicht bekannt.

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Jürgen Rademacher
Jürgen Rademacher, Redakteur im SWR Aktuell Studio Kaiserslautern

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