Fasten heißt, nur das zu haben, was man zum Leben braucht. Man solle nicht traurig sein, wenn man weniger braucht, sondern man solle sich glücklich schätzen, sagt Abt Mauritius Wilde.
Je weniger ich brauche, desto dankbarer kann ich sein. Man soll nicht traurig sein, wenn man weniger braucht, sondern man kann sich glücklich schätzen.
"Je weniger ich brauche, desto dankbarer kann ich sein. Man soll nicht traurig sein, wenn man weniger braucht, sondern man kann sich glücklich schätzen", damit zitierte Abt Mauritius aus der uralten, taschenbuchgroßen Regel des heiligen Benedikt. Dieses Motto gelte nicht nur für die Mönchsgemeinschaft, sondern könne auch Leitgedanke in der Fastenzeit für alle sein. Weniger brauchen sei das Bessere. Ein spannender Gedanke, in einer Zeit, in der alle viel und immer mehr besitzen wollten, ohne es wirklich zu brauchen.
Gut aufgenommen in Maria Laach und in der Eifel
Seit gut 100 Tagen ist der 60-jährige Mauritius Wilde neuer Abt der Benediktinerabtei Maria Laach. Zusammen mit dem ebenfalls neuen Prior Maximilian Krenn seien sie im Kloster gut aufgenommen worden. "Ich bin gut angekommen, habe die Mitbrüder und Mitarbeiter hier besser kennenlernen können und fühle mich wohl und immer mehr zu Hause."
Sogar die Gleeser Jecken seien schon da gewesen, ein erster Kontakt mit dem Karneval. Auch ein Unternehmen in der Gegend habe er besucht. So oft sei er noch nicht aus dem Kloster herausgekommen, weil noch vieles im Kloster zu organisieren sei. Aber er wandere mindestens ein Mal in der Woche um den Laacher See. Dafür brauche er schon zwei Stunden - so sportlich sei das auch wieder nicht.
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Wirtschaftlich nicht auf Rosen gebettet
Da das Kloster keine Kirchensteuer erhalte, müsse er jetzt prüfen, wie wirtschaftlich die klostereigenen Betriebe wie Schmiede, Gärtnerei und Buchhandlung arbeiteten. Dafür gebe es auch einen neuen Geschäftsführer. Er glaube auch nicht, dass die Zahl von jährlich 700.000 Gästen stimme, die das Kloster und den See besuchten. Die sei wahrscheinlich zu hoch geschätzt. Aber klar sei, dass jeder Gast helfe, der in der Gärtnerei oder in der Buchhandlung einkaufe oder spende. Deshalb es eine große Aufgabe die Betriebe effizient zu halten. Dennoch stehe fest, dass "wir nicht auf Rosen gebettet sind. Da müssen wir immer dranbleiben."
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Viele Promis bei den Fastenpredigten
Hilfreich für prominente Fastenprediger sei natürlich, dass das Kloster und seine Brüder über viele gute Kontakte in die Gesellschaft und die Politik verfügten. Nur deshalb sei es gelungen, die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 4. März und Bundespräsident Christian Wulff (CDU) am 18. März als "Fastenprediger" zu gewinnen. Darüber sei er sehr froh, denn das seien wichtige gesellschaftliche Stimmen, die etwas beitragen könnten zum Frieden in der Gesellschaft.
Wenn er sich einen Fastenprediger oder eine Fastenpredigerin für die kommenden Jahre wünschen dürfte - welche oder welcher wäre das? Da lächelt der Abt und spricht frei heraus: "Den Papst Leo XIV. Den schätze ich. Und habe ihn auch schon persönlich kennengelernt". Angeblich lerne er ja auch schon fleißig Deutsch. Also einladen würde Abt Mauritius den Papst gern ins Kloster - das sei zwar total unrealistisch, "aber schaun mer mal".