Sensationsfund des Mainzer Leibniz-Zentrums für Archäologie

Neuwied: Erstmals Nachweise über Fischfangtechniken in der Steinzeit

Archäologen haben in Neuwied erstmals über 15.000 Jahre alte Gravuren in Schieferplatten gefunden, die Fische in Fallen zeigen sollen.

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Von Autor/in Constantin Pläcking

Auf den Schieferplatten aus dem eiszeitlichen Fundplatz Gönnersdorf in Neuwied finden sich den Archäologen zufolge detaillreiche Gravierungen von Fischen, die von gitterähnlichen Mustern überlagert sind. Diese ließen sich am besten als Darstellungen von Netzen oder Fischfallen interpretieren, was erstmals einen archäologischen Hinweis auf frühe Fischfangtechniken in der jüngeren Altsteinzeit bedeuten würde.

Unbekannt war, wie die Steinzeitmenschen Fische gefangen haben

Zwar ist bekannt, dass Fische zur Nahrung altsteinzeitlicher Jäger und Sammler gehörten, doch fehlten bislang Nachweise darüber, wie die Fische gefangen wurden. Diese Funde ändern das und machen laut Leibniz-Institut deutlich, dass solche Technologien deutlich älter sind, als allgemein angenommen.

Teil von Kunst und Kultur: Fischfang hatte soziale Komponente

Solche Alltagstechniken würden nur selten dargestellt und blieben deswegen auch selten erhalten, so die Archäologen. Die Fischgravuren zeigen demnach auch, dass die Fischerei nicht nur einen praktischen Sinn hatte, um Nahrung zu beschaffen, sondern dass sie auch eine soziale Rolle hatte. Neu ist der Fischfang also auch als Thema, das in der steinzeitlichen Kunst verarbeitet wurde.

Schiefertafeln wurden bereits in den 1970er Jahren gefunden

Die neuen Erkenntnisse sind nach Angaben der Wissenschaftler deswegen entstanden, weil man alte Funde mit neuen Techniken wie Laser-Scans untersuchen konnte. So seien die Schiefertafeln mit den Fischtechniken bereits in den 1970er-Jahren in Neuwied ausgegraben worden. Die Erkenntnisse seien aber erst rund 50 Jahre später möglich gewesen.

Fundplatz in Neuwied sehr wichtig für die Steinzeitarchäologie

Der eiszeitliche Fundplatz Gönnersdorf in Neuwied gehört laut der Archäologen zu den bedeutendsten und reichsten späteiszeitlichen Fundstellen Europas und birgt laut Leibniz-Institut künstlerische Schätze aus der Vorzeit.

Hunderte, meist kleine, flache Schieferplatten zeigen Bilder von Beutetieren wie Wildpferde, Wollnashörner, Rentiere und Mammuts, Tiere, die für das Überleben der späteiszeitlichen Menschen, die den Lagerplatz vor 15.800 Jahren bewohnten, von entscheidender Bedeutung waren. Zusätzlich zu diesen detaillierten Abbildungen hätten mehrere Hundert Gravuren von stark stilisierten Frauenfiguren die Fundstelle weltberühmt gemacht.

Archäologie Überleben in der Eiszeit

In Süddeutschland und in Italien ist der Mensch während der letzten Eiszeit ausgestorben. Es war zu kalt zum Überleben. Das hat ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Uni Tübingen herausgefunden, anhand von DNA aus Knochenfunden.

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