Die Stadtschülervertretung Koblenz hatte Schülerinnen und Schüler aus der Region dazu aufgerufen, sich an dem bundesweiten Streik zu beteiligen. Etwa 200 hatten sich angemeldet.
Stadtschülervertretung will Debatte zum Wehrdienst anregen
Die Demonstration begann um 10 Uhr am Koblenzer Hauptbahnhof. Danach zogen die etwa 100 Schülerinnen und Schüler mit Transparenten und Plakaten unter anderem weiter zum Max-von-Laue Gymnasium. Am Zentralplatz gab es dann eine Abschlusskundgebung. Es nahmen weniger Schüler und Schülerinnen teil, als geplant.
"Wir versuchen eine Debatte anzuregen mit unseren Argumenten und Inhalten und wollen versuchen, dass sich die Generation klarmacht, was für sie auf dem Spiel steht", sagte Leo Reinemann dem SWR. Er ist Schüler des Eichendorff-Gymnasiums und leitet die Veranstaltung in Koblenz.
"Warum sollen wir dann in den Krieg ziehen? Für ein Land, das es nicht mal schafft, für uns als Jugend zu kämpfen, warum soll ich dann für das Land kämpfen?", sagte eine der Schülerinnen dem SWR, eine andere meinte: "Generell sollte das Geld auch besser eingesetzt werden als jetzt in Aufrüstung, besser in die Zukunft und nicht in Vernichtung investieren."
Zweiter Schulstreik gegen neues Wehrdienstgesetz
Die Stadtschülervertretung hat sich nach eigenen Angaben gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht beziehungsweise des Wehrdienstes auf Bundesebene ausgesprochen. Sie lehne eine Rückkehr zu verpflichtenden militärischen Dienstleistungen kategorisch ab. Die individuelle Entscheidungsfreiheit in Bezug auf den Bildungsabschluss dürfe durch einen Wehrdienst nicht eingeschränkt werden, so die Begründung.
Schulstreik gegen Wehrpflicht "Jungs sind keine Kriegsrekruten": Demo in Mainz gegen neuen Wehrdienst
In Mainz haben am Mittag etwa 150 Schülerinnen und Schüler gegen das Gesetz für den neuen Wehrdienst protestiert. Sie befürchten, dass eine Rückkehr der Wehrpflicht kommen könnte.
Am 5. Dezember hatte es den ersten "Schulstreik" gegeben, damals hatte der Bundestag dem neuen Wehrdienstgesetz zugestimmt. Demnach erhalten alle 18-jährigen Männer und Frauen ab Anfang 2026 einen Fragebogen. Für Männer ist die Beantwortung des Fragebogens verpflichtend, für Frauen freiwillig. Männer, die ab dem 1. Januar 2008 geboren wurden, werden verpflichtend gemustert. Der Wehrdienst selbst bleibt zunächst freiwillig.