Energieexperten aus Freiburg erstellen für das Altenheim Rotkreuzstift in Neustadt ein Konzept, um die 60 Bewohner besser vor Hitze zu schützen. Unterstützt wird das Projekt vom Bundesumweltministerium. Es zahlt einen Zuschuss von 36.000 Euro.
Experten sprachen mit Pflegern und Bewohnern
Die Experten haben das Neustadter Altenheim besucht und alles genau unter die Lupe genommen. Sie haben mit der Heimleitung und den Pflegern gesprochen und mit Vertretern der 60 Bewohner. Außerdem haben sie viele Fragebogen zum Auswerten mitgenommen, die von Beschäftigten und Bewohnern zum Thema "Hitzeprobleme" ausgefüllt worden waren.
Besonders Senioren leiden unter den immer heißeren Sommern, sagt Klimaexpertin Alena Konrad aus Freiburg. "Sie sind nicht so mobil wie junge Leute und können nicht einfach ins Schwimmbad oder in den Park gehen, wenn es heiß ist." Deshalb erarbeiten die Energieexperten Vorschläge, wie man im Neustadter Altenheim die Temperaturen senken kann.
Mehr Bäume sollen Schatten spenden
Viel kann erreicht werden durch den Einsatz von Klimaanlagen oder Ventilatoren. Auch für den Außenbereich des Heims werden Vorschläge erstellt. Das Entsiegeln von asphaltierten Flächen, das Pflanzen von Bäumen und Büschen und das Anlegen eines kleinen Teichs sind Möglichkeiten, um die Temperaturen zu senken und mehr schattige Bereiche zu schaffen.
Schon jetzt wird bei Hitze viel für die 60 Senioren getan, berichtet Pflegedienstleiterin Natascha Quasten: "Wir lüften im Sommer alle Zimmer nachts und am frühen Morgen, machen die Rollläden runter, bieten den Bewohner Waschungen an und bringen ihnen zu trinken." Natascha Quasten erhofft sich durch das Konzept, das jetzt erarbeitet wird, weitere Ideen, die den Senioren das Leben erleichtern.
Jeden Sommer 3.000 Hitzetote in Deutschland
Wie wichtig es ist, die Auswirkungen des Klimawandels zu mildern, untermauern Zahlen des Robert-Koch-Instituts: Demnach sind in den Sommern 2020, 2022, 2023 und 2024 in Deutschland jeweils über 3.000 Menschen an den Folgen der Hitze gestorben. Die meisten von ihnen waren Senioren.