Es ist eiskalt auf der Pylonbrücke an diesem Montagvormittag. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder zieht schnell seine Jacke an, nachdem er aus seinem dunklen Dienstwagen ausgestiegen ist. Kleiner Trost: Seine Ludwigshafener CDU-Parteifreunde bereiten ihm einen warmen Empfang.
Vielleicht nicht ganz uneigennützig: Denn bei dem Besuch des Ministers aus Berlin wollen sie zeigen, wie wichtig die beiden Hochstraßen sind - nicht nur für Ludwigshafen, sondern für die ganze Region und ganz Deutschland. Und: Die Sanierung der beiden maroden Hochstraßen kostet richtig viel Geld.
942 Mio Euro kosten Abriss und Tieferlegung der Hochstraße Nord, sagt Björn Berlenbach von der Bauprojektgesellschaft Ludwigshafen dem SWR. Hinzu kommen 147 Mio Euro für die Hochstraße Süd, die im kommenden Juni ganz fertig sein soll. Zusammen sind das fast 1,1 Milliarden Euro.
Bund übernimmt 334 Mio. Euro für Sanierung des Hochstraßen-Systems
Bundesvekehrsminister Patrick Schnieder sagte dem SWR, dass der Bund 334 Mio Euro von den Gesamtkosten für beide Hochstraßen übernehmen werde. Und falls die Kosten steigen? "Wenn Dinge sich verändern, wird man darüber sprechen können", sagte der Bundesverkehrsminister dem SWR.
Beteiligt sich Bund an maroden Rheinbrücken?
Bei dem Besuch ging es auch um die beiden Rheinbrücken, die Mannheim und Ludwigshafen verbinden. Auch die sind marode und müssen saniert werden. Noch gebe es keine genauen Zahlen, sagte der Mannheimer Oberbürgermeister Christian Specht dem SWR. Er gehe aber von mehr als 300 Millionen Euro aus.
Ob und in welcher Höhe sich der Bund an diesen Kosten beteiligt, das ist noch unklar. Bundesverkehrsminister Schnieder sagte dazu dem SWR: "Stand jetzt sind das kommunale Projekte - da sind die beiden Städte dafür zuständig". Und der Minister ergänzte: "Wenn es zum Schwur kommt, dann werden wir sicher darüber reden und dann auch entscheiden."
Obwohl der Parteifreund aus Berlin keine konkrete Zusage gemacht hat in Sachen Zuschuss für die Sanierung der beiden Rheinbrücken: Der künftige OB von Ludwigshafen Klaus Blettner zieht eine positive Bilanz: "Es war ein sehr, sehr gutes Gespräch in einer tollen Atmosphäre".
Übrigens nach dem Besuch auf der windigen Pylon-Brücke auch in einer wärmeren Umgebung: Denn das Arbeitsessen der örtlichen CDU-Vertreter mit dem Verkehrsminister war nicht auf der kalten Brücke, sondern im warmen Turmrestaurant im Ebertpark. Und dort gab es zuerst mal eine heiße Suppe für den Parteifreund aus Berlin.