Schon die Fotos im Netz haben ja für reine Verzückung gesorgt: "Süüüüß!" und "Goldich!" lauteten die Kommentare und das Herz-Emoji wurde öfter angeklickt als ein Gepard Flecken hat. Aber lange Zeit blieb es nur bei Fotos.
Mit gutem Grund: Das Tier wird von Zoodirektor Jens Ove Heckel und seiner Frau Judith Heckel - beide Tierärzte - mit der Flasche aufgezogen. Und das ist kein Selbstläufer. Sie seien "vorsichtig optimistisch", dass das Tier es schafft, hieß es Mitte Juli noch von den Heckels.
Gut zwei Wochen später wurde dann ein erster Pressetermin mit Medienvertretern aus dem ganzen Land nur wenige Stunden vorher abgeblasen, weil es dem Tier nicht gut ging.
Endlich: Gepardenbaby Assama darf das erste Mal ins Gehege
Neuer Anlauf, Anfang September: Wieder haben sich Medienvertreter aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg im Landauer Zoo versammelt und werden erstmal von Heckel ermahnt: "Bitte halten sie ihre Begeisterungsschreie in Grenzen. Einfach stehenbleiben, das Tier machen lassen und aufpassen: Sie hat schon kleine, spitze Zähne."
Assame und Elly: eine tierische Freundschaft
Danach führt Heckel die Journalisten ins Gehege. Gepardenkatze Rose wurde vorher ausquartiert. Hinter dem Maschendrahtzaun steht auf dem Rasen eine Art Katzenkorb, mit Handtüchern abgedeckt.
Aber es ist deutlich zu sehen und zu hören, dass da jemand raus möchte. Und dann darf sie endlich: Assama erkundigt neugierig das Gehege, beschnuppert die Beine der Medienvertreter und tobt mit Elly herum, dem Hund der Heckels.
Der Mischling hat Assama von Anfang an als eine Art Schwester akzeptiert: "Sie hat sich vollkommen selbstverständlich eingebracht, hat den kleinen Geparden geleckt und ihn umsorgt", erzählt Judith Heckel: "Im Grunde hat sie ihr die Welt gezeigt. Das war toll!"
So idyllisch sich die Szenerie an diesem Nachmittag präsentiert, so aufreibend waren die letzten Wochen für die Heckels: "Man fühlte sich manchmal an Grenzen", so der Zoodirektor: "Auch emotional. Man möchte ja, dass es diesem Tier gut geht."
Inzwischen sei Assama aber sehr stabil. Es gebe noch einige, kleinere Baustellen, aber schon in ein paar Wochen werde man ihr vielleicht nicht mehr ansehen, wie schwierig ihr Start ins Leben war und dass man mehr als einmal um sie bangen musste.
Auch die Besucher können Assama nun sehen
Und es geht ja nicht nur um das Tier allein: Auf der kleinen Gepardin ruhen große Hoffnungen. Sie kommt aus der Unterart der sogenannten Sudan-Geparden. Die sind vom Aussterben bedroht. Assama soll später mal in einem anderen Zoo leben und zum Erhalt der Art beitragen.
Bis dahin wird sie aber in Landau zu sehen sein. Für den Anfang soll Assama einmal am Tag eine halbe Stunde rausgelassen werden, immer um 15:30 Uhr. Voraussetzung ist, das Wetter spielt mit und es geht ihr weiterhin so gut, wie an diesem ersten Nachmittag im Gehege.