Das Projekt ist ein Zusammenschluss von fünf Frauen. Sie organisieren das Ganze ehrenamtlich. Mit dabei ist eine Pfarrerin, zwei Gemeindereferentinnen, eine Bestatterin und eine weitere betroffene Frau. Sie nennen das Projekt "Arbeitskreis Sternenkinder".
Gedenkfeier ist offen für alle
Erst wird die Gedenkfeier abgehalten, danach werden mehrere Sternenkinder auf dem Neustädter Hauptfriedhof bestattet. Die bestatteten Kinder sind die Sternenkinder des letzten halben Jahres aus dem Hetzelstift-Klinikum, teilte eine der Organisatorinnen dem SWR mit.
Kommen darf "jeder, der das Bedürfnis hat an ein verstorbenes Kind zu denken", so eine der Veranstalterinnen.
Eltern von Sternenkindern bekämen wohl eine Information über die Gedenkveranstaltung, wenn sie das Krankenhaus verlassen, aber jeder dürfe kommen. Die Gedenkfeier wird musikalisch begleitet und die Texte sind bewusst religionsfrei formuliert. Für jedes Sternenkind wird symbolisch eine Kerze angezündet.
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Danach: Raum für Austausch
Nach der Veranstaltung können sich die Besucher noch im Bestattungshaus Beil zum Austausch treffen. Vera Mathäß ist die Bestatterin aus dem Team und gleichzeitig auch Trauerbegleiter und Trauerrednerin.
Halt nach Frühgeburt, Fehlgeburt oder Todgeburt
Sie erklärt, dass es für Betroffene sehr wichtig sei, einen Ort zu haben, wo sie um ihre verstorbenen Kinder trauern können. Der Austausch mit anderen helfe, damit Betroffene das Gefühl haben, in ihrer Trauer nicht alleine zu sein.
Nach der Bestattung sei deshalb Zeit, um in lockerer Atmosphäre zusammenzusitzen. Vera Mathäß wünscht sich, dass die Leute merken, da sind andere, mit denen man sprechen kann, die man fragen könne, wenn es Probleme gebe. Es sei gut, dass es jetzt auch eine Grabstätte in Neustadt gibt. Im Mai wurde sie eingeweiht. Vorher wurden die meisten Sternenkinder aus der Region in Landau bestattet. Doch die Familien bräuchten die Nähe, so Mathäß.
Angebot ist sehr wichtig für Angehörige
Vera Mathäß weiß, wie wichtig solche Gedenkfeiern für die Angehörigen sind. "Bei vergangenen Trauerfeiern waren Frauen dabei, die waren über 80 Jahre alt", so Mathäß. "Sie haben noch einmal an ein Kind gedacht, das sie vor langer Zeit verloren hatten." Viele Angehörige würden merken, dass die Gedenkfeiern ihnen gut tun und kämen in den darauffolgenden Jahren wieder.
Deshalb finden die Gedenkfeiern in Neustadt ab jetzt halbjährlich statt. Um den Sternenkindern ein würdiges Andenken und den Angehörigen Raum zum Trauern und Austausch zu geben.