In Neuburg bei Germersheim wurden am Mitwochmorgen etwa 60 Sumpfschildkröten ausgewildert - darunter ist auch die 500. Schildkröte des Wiederansiedlungsprojekts.
Die Sumpfschildkröten kommen aus dem Sea Life in Speyer, wo sie gezüchtet werden.
Nach vier bis sechs Jahren, wenn sie groß und schwer genug sind, werden sie in der Natur ausgesetzt.
Sumpfschildkröten in Deutschland lange ausgerottet
Die Sumpfschildkröte sei die einzige natürlich vorkommende Schildkrötenart in Deutschland, erklärt Ann-Sybil Kuckuk vom Sumpfschildkrötenprojekt des NABU.
Seit den 1980ern ist diese Art jedoch ausgerottet - auch, weil der Mensch sie früher gegessen habe. Ziel des Projekts sei es daher, die Population wieder herzustellen und zu stabilisieren.
Zwei Sumpfschildkrötenprojekte in Bobenheim-Roxheim und Neuburg
Seit 2008 läuft deshalb ein Projekt der Wiederansiedlung in Bobenheim-Roxheim und seit 2017 ein weiteres in Neuburg.
Die Projekte sind langfristig ausgelegt und werden u.a. vom NABU finanziert - deshalb müsse man sich um den weiteren Verlauf der Projekte erstmal keine Sorgen machen, so Kuckuk.
Sumpfschildkröten leben gerne in Feuchtgebieten
Am liebsten mögen es die Sumpfschildkröten in Sumpf- und Feuchtgebieten.
Die Population der Tiere in Bobenheim-Roxheim und Neuburg wird durch ein Forschungsprojekt immer wieder kontrolliert.
Und die Projekte laufen gut: "Bei beiden Projekten gab es Nachwuchs, die Schildkröten haben sich natürlich fortgepflanzt", sagt Ann-Sybil Kuckuk vom NABU.
Dass die Tiere sich in den Feuchtgebieten wohlfühlen, sei zudem ein Hinweis auf ein gutes Ökosystem, erklärt Kuckuk. Denn ohne die passenden Bedingungen könnten die Tiere dort nicht leben.