"Grundsätzlich sind viele Geflüchtete mit dem Ankommen in Ludwigshafen zufrieden", sagt Lena Loge. Sie ist Professorin an der Hochschule und betreut die Studierenden bei ihrem Forschungsprojekt. "Dieses erste Ergebnis deutet sich jetzt schon an." Die Auswertung des Projekts habe gerade erst begonnen. Einige erste Erkenntnisse zeichneten sich aber schon ab.
So habe die Mehrzahl der befragten Geflüchteten den Eindruck, dass die Stadt und andere Anlaufstellen wie Diakonie oder Caritas viel versuchen, ihnen die Integration zu erleichtern. "Es wird viel getan, dass sich die Menschen willkommen fühlen", sagt Loge. "Einrichtungen wie Asylcafés sind zum Beispiel sehr wichtig." Solche Orte, an denen sich Geflüchtete treffen und beraten lassen können, gibt es etwa in Mundenheim und im Hemshof.
Bürokratische Hürden für Geflüchtete beim Ankommen in Ludwigshafen
Allerdings gebe es bei der Integration auch noch Verbesserungspotenzial, sagt Forscherin Lena Loge. "Die Menschen bringen ein sehr großes Interesse mit, sich zu integrieren. Aber für viele ist es nicht leicht, außerhalb von Familie und Integrationskursen Kontakte zu knüpfen. Sie wünschen sich mehr deutschsprachige Kontakte in ihrem Umfeld."
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Ein weiteres Problem sei die Bürokratie. "Die Menschen warten lange auf Termine in Behörden. Viele haben auch Probleme, eine Wohnung zu finden." Solche Erlebnisse führten zu Gefühlen wie "Frustration, Hilflosigkeit und Ohnmacht."
Die Menschen bringen ein sehr großes Interesse mit, sich zu integrieren.
Im Laufe der kommenden Monate wird sich herausstellen, ob sich diese ersten Forschungsergebnisse bestätigen. Wenn die Forschenden mit der Auswertung ihrer Studien fertig sind, wollen sie mit verschiedenen Integrations-Akteuren in Ludwigshafen über die Ergebnisse sprechen. Die Studie soll helfen, die Situation für Geflüchtete zu verbessern. Gespräche mit Stadt und Jobcenter sind laut Hochschule schon geplant.
Geflüchtete forschen gemeinsam mit Studierenden
An dem Forschungsprojekt an der Hochschule Ludwigshafen sind sieben Studierende im Bereich soziale Arbeit beteiligt. Sie haben mit rund 40 Teilnehmern von Integrationskursen der Volkshochschule gesprochen. "Unsere Studierenden haben die einfach in der Pause der Kurse angesprochen", sagt Lena Loge. "Das sollte möglichst niedrigschwellig passieren. Und viele hatten Interesse und haben mitgemacht."
Ausführliche Interviews haben die Studierenden dann mit Geflüchteten unter anderem aus Syrien und Afghanistan geführt. Das Besondere: Die Geflüchteten sind nicht nur Gegenstand der Forschung sondern forschen auch selbst mit. "Unser Ziel ist, die Teilnehmenden eng in die Auswertung der Ergebnisse einzubinden", sagt Loge. Die endgültigen Ergebnisse der Studie sollen im März 2026 vorliegen.