Drei tatverdächtige Schüler gefasst

Wie geht es weiter nach den Vorfällen mit Reizgas an der Karolina-Burger-Schule in Ludwigshafen?

Nachdem an der Karolina-Burger-Realschule plus mehrfach in Folge Reizgas versprüht worden ist, sind inzwischen drei verdächtige Schüler identifiziert worden. Die Polizei ist seit Donnerstag ständig vor Ort.

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Stand

Von Autor/in Felicitas Reichold

An drei Tagen in Folge wurde an der Karolina-Burger-Schule in Ludwigshafen Reizgas versprüht. Das bedeutet drei Einsätze von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften an drei Tagen, 40 verletzte Schüler und Lehrer, fünf Schüler im Krankenhaus. Um es kurz zu sagen: ordentlich trouble.

Ich kenne viele Schüler, die Angst haben zur Schule zu gehen wegen diesen ganzen Sachen, die hier passieren. Es beruhigt sich halt nicht irgendwie.

Reizgas an Schule: Drei Jugendliche gefasst

Am Mittwoch wurden dann zwei Jugendliche gefasst, die für diesen trouble mitverantwortlich sein sollen. Gegen die zwei 14- und 15-Jährigen wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Wie die Polizei mitteilte, verhielt sich der 15-Jährige gegenüber den Beamten aggressiv und musste gefesselt werden. Anschließend wurde er demnach durchsucht, zu einer Polizeidienststelle gebracht und vernommen. Der 14-jährige Tatverdächtige wurde am Donnerstagmorgen vernommen.

Ludwigshafen

Verdacht der gefährlichen Körperverletzung Drei Einsätze in Folge an Karolina-Burger-Schule in Ludwigshafen: Zwei Jugendliche gefasst

Nach dem dritten Reizgas-Vorfall an der Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen innerhalb von drei Tagen hat die Polizei am Mittwoch zwei Tatverdächtige ausgemacht.

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Ein Verdächtiger bereits polizeibekannt

Beide Jugendlichen wurden nach einer Gefährderansprache erkennungsdienstlich behandelt. Das heißt, die Polizei hat Fotos von ihnen gemacht und Fingerabdrücke genommen. Anschließend wurden sie ihren Erziehungsberechtigen überstellt.

Der 15-jährige Tatverdächtige ist der Polizei wegen Gewaltdelikten, Sachbeschädigung und Diebstahl bereits bekannt.

Dritter Schüler mit Reizgas überführt

Wie die Polizei weiter mitteilte, erhielten Beamte an der Karolina-Burger-Schule am Donnerstagmorgen Hinweise zu einem 13-jährigen Schüler, der Reizgas bei sich haben sollte. Polizisten durchsuchten seine Taschen und fanden dort tatsächlich eine Dose Reizgas.

Auch der 13-Jährige wurde zu einer Polizeidienststelle gebracht, dort vernommen und an seine Erziehungsberechtigten überstellt. Ob der 13-Jährige auch an den Reizgas-Vorfällen von Montag bis Mittwoch beteiligt war, werde im Zuge der Ermittlungen nun untersucht.

Verantwortliche sollen Kosten für Polizeieinsätze übernehmen

Die Polizei prüft nach eigenen Angaben in allen Fällen, ob den Verantwortlichen die Kosten für die Einsätze in Rechnung gestellt werden können.

Ob die beiden Jugendlichen der Schule verwiesen werden, ist noch nicht bekannt.

Rettungskräfte im Einsatz an der Karolina-Burger-Realschule Plus
Drei Tage hintereinander waren diese Woche Rettungskräfte an der Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen im Einsatz

Fallkonferenz mit Polizei, Justiz und Jugendamt üblich

Außerdem teilte die Polizei mit, dass es bei solchen Vorfällen immer eine Fallkonferenz von Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendamt gibt. Dabei wird analysiert, ob die Familien beispielsweise einen Betreuer bekommen oder ob die Jugendlichen ein Anti-Aggressionstraining machen müssen.

So eine Fallkonferenz findet in der Regel im Haus des Jugendrechts statt. Dort sitzen alle Beteiligte unter einem Dach, um möglichst schnell handeln zu können. Die Einrichtung gibt es seit 2005 in Ludwigshafen. Sie war die erste ihrer Art in Rheinland-Pfalz.

Polizei seit Donnerstag an Karolina-Burger-Realschule sichtbar vor Ort

Wir wollen keinen Platz lassen für Gewalt.

An der Schule in Ludwigshafen-Mundenheim ist ab jetzt jeden Tag sichtbar Polizei vor Ort.

Innenminister Michael Ebling (SPD) sagte im SWR, das sei sowohl eine Reaktion auf die Vorfälle an der Schule als auch Prävention: "Wenn es andere Themen gibt weiterhin in der Schule, weitere Vorwürfe, dann ist die Polizei da und kann auch unmittelbar handeln oder auch invervenieren. Wir wollen keinen Platz lassen für Gewalt."

Stadt Ludwigshafen: "Schule ist kein rechtsfreier Raum"

Die Stadt Ludwigshafen zeigte sich erleichtert, dass die Polizei zwei mutmaßlich Tatverdächtige identifizieren konnte. Das sei ein wichtiges Zeichen dafür, dass Schule kein rechtsfreier Raum sei.

Auch die verstärkte Polizeipräsenz sei gut. Das sei zwar "nicht schön, aber anscheinend notwendig, um Regeln durchzusetzen", so die Stadtverwaltung in einer Stellungnahme. Dabei sei Gewalt an Schulen nicht nur ein Problem in Ludwigshafen.

Gewalt an vielen Realschulen im Land ein Problem

Das bestätigt auch eine Umfrage des SWR-Politikmagazins "Zur Sache Rheinland-Pfalz": Dafür hatte die Redaktion 164 Realschulen Plus angeschrieben.

Knapp drei Viertel der Schulen antworteten und von diesen gaben knapp 40 Prozent an, dass sie voll und ganz der Aussage zustimmen, dass Gewaltdelikte gegen Lehrer, Schüler oder Sachen zugenommen hätten. Mehr Polizeipräsenz halten der Umfrage zufolge rund 16 Prozent der Schulen für nötig.

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