Gewalt und Vandalismus an der Karolina-Burger-Realschule in Ludwigshafen haben landesweit für Aufsehen gesorgt. Aber auch an anderen Schulen gibt es ähnliche Vorfälle. Darauf wollen Innenminister Michael Ebling und Bildungsminister Sven Teuber (beide SPD) nun reagieren.
Polizei soll Schulgelände besuchen
Das Maßnahmenpaket, dass die beiden Minister am Mittwoch vorgestellt haben, hat zwei Schwerpunkte. Zum einen soll es mehr Polizeipräsenz an Schulen geben, die bereits auffällig geworden und als so genannte Brennpunktschulen eingestuft sind. Die Besuche der Polizei auf dem Schulgelände werden demnach "anlasslos, regelmäßig, befristet, mit festen Zeiten sowie klar benannten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern sein."
Psychologen für betroffene Lehrkräfte
Zudem wird eine Vertrauensstelle für Lehrkräfte und pädagogisches Personal eingerichtet, die Gewalterfahrungen und eine subjektive Bedrohungslage an Schulen erlebt haben. Die Vertrauensstelle soll beim pädagogischen Landesinstitut eingerichtet werden. Die Psychologinnen und Psychologen werden dort Betroffene vertraulich beraten und unterliegen der Schweigepflicht.
Ebling und Teuber wollen mit dem Vorgehen Vertrauen aufbauen, deeskalieren und das subjektive Sicherheitsgefühl von Lehrkräften und von Schülerinnen und Schülern stärken.
Landesschülervertretung gegen Polizeipräsenz
Die Landesschülerinnen- und Landesschülervertretung (LSV) ist gegen mehr Polizeipräsenz an den Schulen. Die LSV setze mehr auf Prävention, Antidiskriminierungsarbeit, politische Bildung und soziale Unterstützung, sagte eine Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Sicherheit an Schulen sollte vor allem durch Aufklärung, Gleichberechtigung und ein respektvolles Miteinander erreicht werden - nicht durch sichtbare Polizeiuniformen.
Zustimmung der Gewerkschaft
Unterstützung kommt dagegen von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Die Präsenz der Polizei könne im Fall akuter Gefahr sicher etwas bewirken, so GEW-Vorstandsmitglied Christiane Herz. Die Verhältnismäßigkeit müsse aber gewahrt bleiben.
Polizeistreifen auch an der Karolina-Burger-Schule
Die Ordnungshüter werden künftig auch an der Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen zum Einsatz kommen. Dort hatte die Attacke einer Schülerin mit einem Messer auf ihre Lehrerin für Entsetzen gesorgt. Der 17-Jährigen wurde inzwischen der Prozess gemacht, sie gilt wegen einer psychischen Erkrankung als nicht schuldfähig.