Nach einer Anhörung im Umweltausschuss des Landtags einigten sich die Ampelfraktionen von SPD, FDP und Grünen auf Änderungen des Gesetzentwurfs. Dabei geht es um Zuständigkeiten beim Rotwild und die Anmeldung von Wildschäden.
Für die Bewirtschaftung des Rotwilds soll weiterhin die Untere Jagdbehörde zuständig bleiben. Nur im Fall von erheblichen Wildschäden geht die Zuständigkeit auf die Obere Jagdbehörde über. Die umstrittene Jagdhundeausbildung an der lebenden Ente wird nicht mehr explizit verboten. Stattdessen soll ein generelles Verbot tierschutzwidriger Praktiken der Hundeausbildung im Gesetz stehen. Durch die Änderungen erreiche man eine gelungene Balance zwischen Klimaschutz und Jagdpraxis, so die Ampelfraktionen.
Die zuständige Umweltministerin Katrin Eder (Grüne) sprach von einem guten Kompromiss. "Wir haben ganz viele Begrifflichkeiten verändert, weil wir viele davon 'aus der Zeit gefallen' fanden", sagte Eder im SWR. "Und insofern glaube ich, dass wir jetzt wirklich an vielen, vielen Punkten dem Landesjagdverband entgegengekommen sind."
Landesjagdgesetz - FDP hatte sich quer gestellt
Vor der Einigung hatte ein Streit innerhalb der Ampel gedroht. Landwirtschaftsministerin Daniela Schmitt (FDP) hatte sich auf einer Parteiveranstaltung in Dernau, bei der sie Besuch von Jägern bekam, gegen das Gesetz ausgesprochen. Nach Informationen des SWR sagte Schmitt wörtlich zu dem Gesetz: "So wie es jetzt vorliegt, können wir dem nicht zustimmen und werden dem auch nicht zustimmen" - und bekam dafür Applaus von ihrem Kabinettskollegen Phillip Fernis (FDP). Der Minsterrat, dem Schmitt und Fernis angehören, hatte dem Gesetzentwurf aber bereits zugestimmt.
Der Landtag wird sich in der kommenden Woche mit dem Entwurf beschäftigen.
Mainz: Jäger demonstrieren gegen neues Gesetz
In Mainz hatte der Landesjagdverband zu einer Demo gegen das geplante neue Jagdgesetz aufgerufen. Mehrere tausend Jägerinnen und Jäger waren dem Aufruf gefolgt und protestierten am Rheinufer lautstark mit Waldhörnern gegen die Pläne.
Marsch durch die Innenstadt 5.000 Jäger in Mainz - Demo gegen neues Jagdgesetz
Tausende Jägerinnen und Jäger haben in der Mainzer Innenstadt gegen das geplante neue Jagdgesetz demonstriert.
Gegen die geplante Gesetzesänderung gibt es bereits seit längerem Widerstand, vor allem aus der Jägerschaft. Der Gesetzentwurf sieht unter anderem Abschusspläne für Wild vor, um den klimagestressten Wald zu schützen. Die Jäger fürchten unter anderem, dass die vorgesehenen Abschussquoten zu hoch sein könnten.