Remigius Franzen ist mit dem Votum des Kreistags Mainz-Bingen ein Stein vom Herzen gefallen. Er sitzt im Schulelternbeirat des Nieder-Olmer Gymnasiums und findet die Situation an der Schule "kaum noch erträglich." Seine Hoffnung: Die geplanten Schulen könnten Nieder-Olm entlasten.
Zum laufenden Schuljahr musste das dortige Gymnasium parallel zehn 5. Klassen einrichten, um allen Schülerinnen und Schülern einen Platz anzubieten. Aber das ist aus seiner Sicht nicht das einzige Problem.
Kritik von Elternbeirat Gymnasium Nieder-Olm startet Schuljahr mit zehn 5. Klassen
Mit dem neuen Schuljahr kommen so viele neue Schüler ans Gymnasium in Nieder-Olm, dass zehn 5. Klassen eingerichtet werden. Die Elternvertreter sagen: "Das ist zu viel."
"Überforderte Schüler" am Gymnasium Nieder-Olm
Auch die Überlastung der Integrierten Gesamtschulen (IGS) setzt seiner Meinung nach das Gymnasium unter Druck: "Wenn man sein Kind an einer IGS anmeldet und es dort aus Platzgründen nicht genommen wird, dann schicken die Eltern es aufs Gymnasium." Die Realschule plus sei für viele Eltern keine Alternative. Die Folge: In den 5. und 6. Klassen seien einige Schülerinnen und Schüler überfordert. Das erschwere den Schulalltag.
Auch Nicolas Krahwinkel freut sich. Der Ingelheimer hatte eine Online-Petition gestartet, die sich für zwei weitere Schulen einsetzt. Mehr als 2.200 Menschen haben sie unterschrieben. Er sagte dem SWR: "Ich bin sehr froh, dass der Kreis in Bewegung gekommen ist und die Leute daran arbeiten, dass etwas passiert."
Kreistag Mainz-Bingen sieht jetzt doch Bedarf für neue Schulen
Zunächst hatten sich die Eltern wenig Hoffnung gemacht. Denn im September hatte der Kreis den neuen Schulentwicklungsplan vorgestellt. Der sah keinen Bedarf für neue Schulen, weil die Zahl der Schüler perspektivisch wieder zurückgehen werde.
Doch nun hat der Kreistag am vergangenen Freitag doch beschlossen, bei der Schulaufsichtsbehörde ADD zwei neue Schulen zu beantragen: Ein vierzügiges Gymnasium in Stadecken-Elsheim soll das in Nieder-Olm deutlich entlasten. Zudem soll es eine weitere IGS geben. Bis Ende März soll der Antrag gestellt sein.
Genauer Standort für neue IGS im Kreis Mainz-Bingen wird gesucht
Der Standort für die mögliche neue IGS steht noch nicht genau fest. Im Blick sind die Verbandsgemeinden Bodenheim und Rhein-Selz. Krahwinkel findet diese Wahl nicht optimal. Aus seiner Sicht wäre Heidesheim besser. "Da gibt es einen Bus- und Bahnanschluss, eine Autobahn, außerdem ein Sportgelände inklusive Sporthalle. Dort wäre alles schon vorhanden, man müsste nur die Schule hinbauen."
Nun muss aber erst einmal entschieden werden, ob die Schulen tatsächlich gebaut werden. Die ADD sagte auf SWR-Nachfrage, dass es bereits Vorgespräche mit dem Kreis gegeben habe. Sie werde die Schulen genehmigen, wenn das schulische Bedürfnis gegeben sei.