Zusammenarbeit mit Polizei

Nach Steinwurf: Krankenhaus Alzey soll sicherer werden

Das Kreiskrankenhaus Alzey will die Sicherheit seiner Mitarbeitenden erhöhen. Jetzt wurde unter anderem die Notaufnahme von einem Experten der Polizei unter die Lupe genommen.

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Im November hatte ein Mann mit einem Stein von außen ein Fenster der Notaufnahme eingeworfen. Sascha Gropengießer arbeitet in der zentralen Notaufnahme. Er war selbst zwar nicht im Dienst, erzählt er. Der Vorfall sei damals aber im gesamten Team ein großes Thema gewesen.

Klinikleitung in Alzey reagiert auf Steinwurf

Die Klinikleitung habe den Vorfall sehr ernst genommen, sagt Sascha Gropengießer. Es wurde eine Projektgruppe gegründet. "Damit die Kollegen mitbekommen, dass so etwas nicht zur Seite geschoben wird, sondern dass das wahrgenommen wird und sich um das Wohl der Kollegen gekümmert wird", so der stellvertretende Pflegeleiter der zentralen Notaufnahme.

Heute hat sich schließlich Thomas Busam von der Zentralen Präventionsstelle der Polizei Mainz angeschaut, wie die Notaufnahme und auch andere Stationen im Krankenhaus noch sicherer werden können.

Analyse der Räume in der Notaufnahme im Krankenhaus Alzey

Einer der Stopps bei dem Sicherheitsrundgang ist der Sozialraum. In diesen hatten sich die Mitarbeitenden damals geflüchtet, als der Stein auf die Scheibe geworfen wurde. Thomas Busam findet es positiv, sagt er, dass die Tür einen Knauf hat. "So kann sie von außen nicht so leicht geöffnet werden", erklärt er. "Aber die Tür sollte sich ein Handwerker anschauen und prüfen, wie stabil sie ist, damit sie nicht eingetreten werden kann", ergänzt er.

Der Raum hat seit dem Vorfall außerdem ein festes Telefon mit Kabel bekommen. So ist sichergestellt, dass die Mitarbeitenden auch wirklich immer die Möglichkeit haben, die Polizei zu rufen, auch wenn sie ihr Handy nicht dabei haben.

Begehung des Personalraums im Kreiskrankenhaus Alzey, in den sich die Mitarbeitenden nach dem Steinwurf geflüchtet hatten (links Thomas Busam vom Polizeipräsidium Mainz, rechts Klinikdirektor Frank Müller).
Begehung des Personalraums im Kreiskrankenhaus Alzey, in den sich die Mitarbeitenden nach dem Steinwurf geflüchtet hatten (links Thomas Busam vom Polizeipräsidium Mainz, rechts Klinikdirektor Frank Müller).

Wartebereich der Notaufnahme soll umgebaut werden

Thomas Busam nimmt auch den Wartebereich in der Notaufnahme genau unter die Lupe. Dieser ist aktuell offen zum Behandlungsbereich. "Wir würden diesen Bereich gerne verlegen oder abgrenzen", sagt der Verwaltungsdirektor des Krankenhauses Alzey, Frank Müller. "Damit, wenn hier im Behandlungsbereich gerade ein Leben gerettet wird, keine Person einfach reinlaufen kann und wir Patientenströme besser managen können".

Ich persönlich fühle mich im Dienst sicher. Ich habe immer viele Kollegen um mich rum, die mir helfen können.

Frank Müller betont, dass der Vorfall im vergangenen Jahr außergewöhnlich gewesen sei. Die Anzahl an aggressiven Patienten habe nicht zugenommen. Auch Sascha Gropengießer stimmt dem zu.

Extrem aggressive Fälle sind Ausnahme

Er habe außerdem immer ein Telefon dabei und auch die Zusammenarbeit mit der Alzeyer Polizei sei gut, erzählt Sascha Gropengießer von seinem Arbeitsalltag. Fälle, bei denen Patienten wirklich etwas kaputt machen und extrem aggressiv werden, seien eher die Ausnahme.

"Wenn Angehörige Angst um die Patienten haben, kommt es schon mal vor, dass man beschimpft wird", sagt Sacha Gropengießer. Die Klinikleitung mache den Betroffenen dann Gesprächsangebote.

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Deeskalationsschulungen für Mitarbeitende

Neben der Begehung mit der Polizei sollen die Mitarbeitenden außerdem Schulungen bekommen und lernen, wie sie Situationen deeskalieren können – auch auf anderen Stationen.

"Für uns sind die Mitarbeiter und deren Sicherheit immer an allererster Stelle", sagt Verwaltungsdirektor Frank Müller und ist zuversichtlich, dass die Maßnahmen für diese Sicherheit sorgen werden.

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Erstmals publiziert am
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Autor/in
Damaris Diener
Damaris Diener ist Reporterin im SWR Studio Mainz und bei Das Ding
Ilona Hartmann
SWR-Autorin Ilona Hartmann

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